Was Theologen NIE tun dürfen! Die 12 goldenen Regeln!!! (ein humoristisches Pamphlet und Abhandlung von Gedanken)

1) Hinterfragen Sie als Theologe NIEMALS die Bibel!
Die menschliche Ratio und Erkenntnis stammt nicht von Gott, sondern ist Teufelswerk! Sie müssen als Theologe wissen, dass Sie niemals Gott hinterfragen dürfen, Niemals seine Schrift hinterfragen und schon gar nicht, die Kirche hinterfragen.

2) Denken Sie bloß nie selbst nach!
Theologie zu betreiben heißt, dass zu wiederholen, zu schreiben und Zusammenzufassen, was andere Theologen (die davon mehr Ahnung haben, als Sie) bereits in theologischen Schriften verfasst, dogmatisch festgelegt und erörtert haben. Lesen Sie zu allem Kompendien, theologische Lexika und denken Sie, um Gottes Willen und zu ihrem Seelenheil, Niemals eigenständig nach!!!!

3) Bringen Sie KEINE Bezugswissenschaften in die Theologie!!!
Die Theologie ist Bibelkunde. Sie müssen als Theologe die Bibel auswendig können, sie rezitieren, singen und vorbeten können. Da die Bibel grundsätzlich nur das reine und uninterprätierbare Wort Gottes ist, reicht dies völlig aus. Moderne Wissenschaften in die Theologie mit einzubeziehen, wie es am Seminar St. Columban geschieht, ist NICHT theologisch und biblisch sauber. Bezugswissenschaften wie Pädagogik, Psychologie, Politik, Soziologie und andere NICHT biblische Wissenschaften (egal ob sie eigentlich im Alten und im Neuen Testament zu finden sind) braucht kein Theologe.

4)Hinterfragen Sie, um Gottes Willen, NIEMALS die Kompetenz ihrer Vorgesetzten!
Das kann Sie ihren theologischen Titel, ihre Disposition und ihr Ansehen in der Öffentlichkeit und im Kollegenkreis schaden!!!! Kommen Sie niemals auf die Idee, mal nachzufragen, wie Vorgesetzte an das Amt, die Würde, den Titel gekommen sind. Es könnte ihren Untergang bedeuten. Die Bibel (vor allem das Alte Testament) verbietet uns als Menschen, selbst nach Kompetenzen zu streben und andere dabei zu hinterfragen. TUN Sie dies NIEMALS!

5)Qualitätsmanagement und Theologie, unvereinbar
Theologie wird von Gott bestimmt und nur von wenigen gebildeten Theologen, die hohe kirchliche Ämter innehaben. Niemals sollten kleine Theologen (ach quatsch, sie sind gar keiner) diese Lehrmeinungen hinterfragen und, um ihrer Seelenheil wegen, Niemals, ich bitte Sie eingehend, niemals Theologie und Qualität miteinander verbinden zu wollen. Ämter werden nur nach Nase, „Honig ums Maul geschmiere“ und aus Nettigkeit verliehen. Am besten verteilt man Ämter einfach an die, die man hat und macht sie (unabhängig von Berufung und Profession) einfach zu irgendjemanden und irgendwas, was nett klingt. Theologie geht nur über Jahrzehnte und nur nach über 40 Jahren weiß man genau, was Gottes Wille ist und das Gott `nur´ unter einer Person auf Erden, seinem Stellvertreter allein zu finden ist. (Der Heilige Vater aus Rom, oder die Patriarchen der orthodoxen Kirchen sind nicht gemeint)

6)Das wurde schon immer so gemacht und muss so laufen
Führen Sie niemals Qualität, Standards, Überprüfungen in irgendetwas ein. Schon gar nicht in der Theologie. So wie es immer lief, muss es auch weiter laufen. Dies gilt in allen Lebenslagen und Situationen. Innovation (oder gar der Hl. Geist und seine Neuerungen) sollen für Theologen BITTE draußen bleiben.

7) Bloß keine Gegenmeinung!
Es gibt nur eine Kirche. Stimmt! Aber es gibt nur eine Denomination, eine wahre Kirche und in der sind natürlich SIE. Besser gesagt, ihr Vorgesetzter, der diese Vertritt. Als Theologe müssen Sie davon ausgehen, dass NUR Ihr Laden den wahren Glauben alleine vertritt und alle anderen Spalter, Idioten, Spinner, Abspalter und Feinde sind. Gegenmeinungen, seien diese auch noch so gut, können nicht akzeptiert werden, sondern müssen vernichtet werden.

8)Keine konstruktive Kritik zulassen!!!
Lassen Sie es als Theologe um Gottes Willen niemals konstruktive Kritik zu, weder an ihrer Person, noch an den Vorgesetzten und niemals an der Kirchenleitung selbst. Sie müssen bei solchen Dingen immer alles unter den Teppich kehren, hinter dem Rücken der betreffenden Person auslassen, unfair und persönlich verletzend werden. Warum? Profession kann ja schließlich jeder, Sie sind aber Theologe.

9)Andere Diskreditieren
Sollten Sie Personen kennen, die sich ihrer Meinung nach unflätig verhalten haben, machen Sie sich fertig. Kämpfen Sie mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele gegen diesen Menschen und lassen Sie sich niemals in die objektive Sichtweise zurückbringen. Vertrauen Sie dabei NUR einer Quelle, Fragen Sie nie nach der Gegenmeinung, und tragen Sie alles, alles in die Öffentlichkeit, um sich selbst besser, die anderen schlechter darstellen zu können.

10)Gegner loswerden
Gegner in den eigenen Reihen müssen Sie nicht als Theologe öffentlich ankreiden. Machen Sie es lieber indirekt, unterstellen Sie alles was Ihnen einfällt und erzählen Sie ihren Mitmenschen niemals die volle Wahrheit, sondern nur die Version, die das Gegenüber wissen muss und gestehen Sie niemals Fehler ein, denn Sie begehen keine. Der andere ist der Feind. Rausschmeißen brauchen Sie auch keinen, ihre Gegner werden von alleine gehen, wenn sie merken, wie heilig, perfekt und ehrlich Sie sind.

11)Üben Sie keine Ehrlichkeit!
Seien sie unprofessionell, persönlich und verletztend gegenüber denen, die Ihnen nicht in den Kram passen. Und: das wichtigste: Seien Sie bloß nicht ehrlich. Niemals, weder zu anderen, und um Gottes Willen niemals gegenüber sich selbst. Der Andere ist immer Schuld und je mehr man dem nachweisen, andichten und ankreiden kann, umso besser.

12) üben Sie niemals Vergebung und Selbstkritik!
Selbstkritik, oder das öffentliche und private eingestehen von Fehlern innerhalb des eigenen Verhaltens und der Person gehen gar nicht. Zeigen Sie niemals, dass sie Schwächen, Grenzen und Fehler haben. Selbstkritik ist tötlich und rückt Sie selbst aus dem Heiligenschein, der Ihnen auf dem Kopf schwebt als guter Theologe und könnte Makel aufweisen. Und daraus resultiert: Vergeben Sie niemals: denn im alten Testament steht als konklusion: Zahn und Zahn, Auge um Auge. Wers glaubt, wird selig.

Moment mal: Glauben Sie das geschriebene wirklich? Verhalten Sie sich, wie oben beschrieben? Glauben Sie, Sie hätten die Weisheit Gottes aufgrund vom Amt, Alter und Erfahrung mit dem Löffel gefressen. Glauben Sie, nur die ihrigen Anhänger und sie stehen unter dem alleinigen Segen Gottes? Glauben Sie, das humorvolle Schreiben oben hat Recht? Lesen Sie die Bibel und verstehen Sie sich mit Herz, Mund und Händen!!!! Betreiben Sie Denken, Nachfragen, Hinterfragen und betreiben Sie Theologie wissenschaftlich korrekt!!!! Jesu befreiende Botschaft macht den Blick weit, lässt uns demütig und klein werden und zeigt uns die Realität. Denke Mensch, auf dass Du Gott und seine Botschaft erkennst und sei professionell!!! Versuchen wir es wenigstens. Mit einem kleinen Grinsen Dean Pater Thomas Andrew, UKK

(in Gedenken an einen sehr guten Freund, den ich tragisch verloren habe, der mir dies vor vielen vielen Jahren einmal sagte. Vielen herzlichen Dank für diese Gedankengänge)

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Ökumene?! Großkirchen und Kleinstkirchen?! (Un)möglich?

Das Thema Ökumene ist heutzutage ein wichtiges Thema im christlichen Miteinander der Kirchen. Meist wird Ökumene zwischen den evangelischen Landeskirche und der römisch-katholischen Kirche verstanden. Kleinkirchen und Freikirchen werden kaum, bis selten, zu wirklich großen ökumenische Festen und Gottesdiensten geladen, die auch wirklich journalistisch beachtet werden. Leisten die kleinen Kirchen und kirchlichen Gruppen und Gemeinden weniger Arbeit im Weinberg des Herrn? Sind Kirchen nur auf Grund ihrer Zahlen und Mitgliederstatistiken wichtig, bedeutend und verifiziert. Haben diese kleineren Kirchen, Gemeinden und kirchlichen Vereine außerhalb der `klassischen´ Kirchen keinen Anteil am Himmelreich, oder am kirchlichen und christlichen Miteinander. Die kirchliche Vielfallt in Deutschland besteht aus weitaus mehr Kirchen, als nur der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche. Neben den Brüdergemeinden, den Freien evangelischen Gemeinden (FEG´s) und kleineren und größeren Kirchen, wie auch die Unabhängig-katholischen Kirche eine ist, gibt es mittlerweile eine ganze Fülle an christlichen Kirchen in Deutschland. Leider schwebt in den Köpfen der Menschen, grade aus den beiden Großkirchen schnell das Vorurteil, dass alle anderen `Sekten´ und keine richtigen Kirchen seien. Da sich die meisten der Kleinkirchen in der Bundesrepublik in Vereinen, gemeinnützigen Gesellschaften und anderen Rechtsformen rechtlich zusammenfassen und konstituieren müssen und KEINE Staatsverträge, bezüglich Kirchensteuer und allgemeinen Rechtsverträgen, mit der BRD haben, müssen die Zusammenspiele immer im Einzelfall angesehen und entschieden werden.

Gefahr bei den Kleinkirchen!

Anders als bei den Großkirchen ist die Gefahr an `kranke Vögel´ zu gelangen und `schiefe´ Sichtweisen zu entwickeln sehr groß. Kleinkirchen haben oftmals den Anspruch schnell an Mitgliederzahlen und Gemeinden zu gelangen und dabei wird auch gerne mal aus einer Maus ein Elefant gemacht, die PR Trommel besonders gerührt und alles, was so geschieht, sofort und unverzüglich ins Netz gestellt. Die PR (Publik Relation) ist der heutigen Gesellschaft etwas völlig natürliches und die Berichterstattung kann hilfreich sein, sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Doch unter den Mitgliedern, grade unter den Klerikern und Geistlichen können sich schnell `falsche Vögel´ und `religiöse Spinner´ verbergen. Mit dieser Aussage ist keiner der Mitglieder einer Kirche angesprochen, oder speziell gemeint. Aber die Gefahr der Anteile an solchen Menschen ist bei Klein und Kleinstkirchen schneller gegeben, als bei den Großkirchen. In Großkirchen sind solche Leute auch zu finden, nur gehen diese unter, in der Masse der Anderen und können nur marginalen Schaden anrichten, nämlich nur an dem Ort, an dem sie wirken. In Kleinstkirchen sieht dies manchmal anders aus. Da sind die wenigen, die da sind, der Grundpfeiler dieser Kirche, Gemeinde, Gruppe und da können 1-2 `kranke Vögel´ weitaus mehr Schaden anrichten, als dies in anderen Kirchen der Fall wäre. Eine zu fundamentalistische Sichtweise, eine zu krasse Ablehnung von Menschen wegen der Hautfarbe, spirituellen Sichtweisen, Sexualität, Berufsgruppen und religiösen Ansichten kann in kleineren Kirchen schneller geschehen, als in anderen Kirchen. Vor allem kann der Umgang mit Ihnen handgreiflich und verletzend werden. Allerdings kann im Gegenzug die Liberalisierung, die Verwaschung der einen, heiligen Lehre der Kirche ebenso schnell kippen und abhandenkommen, wie die anderen Sichtweisen. Schlicht: Kleinstkirchen kippen entweder oftmals schnell in das eine, oder andere extreme Christentum.

Bei Großkirchen ist häufig dass der Fall, dass sie so vorsichtig, so politisch korrekt, so glatt und fast 1000% durchdacht schreiben, dass sich auch wirklich alle angesprochen fühlen und sich ja keiner vor den eigenen Kopf gestoßen fühlt.

Die Botschaft Jesu muss aber anecken. Sie muss provozieren, sie muss zum Nachdenken anregen. Jesus formulierte sein Evangelium radikal und scharf. Dabei war aber die Vergebung, die Barmherzigkeit und die Liebe Gottes an oberster Stelle. Dazu braucht man sich nur sein Doppelgebot durchlesen. „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“ (Mt. 22;37-40)

Am Ende wird Gott uns sicherlich nicht fragen, ob wir uns an das römische Kirchenrecht, die evangelische Kirchenzucht, oder das orthodoxe Kirchenrecht gehalten haben? Ob wir evangelisch, römisch, anglikanisch, lutheraner, uniert oder freikirchlich waren? Nach der Konfession im weltrechtlichen Sinne wird er uns sicher weder unterscheiden, noch fragen. Er weiß es bereits.

Wichtig ist, haben wir seine Gebote gehalten und uns an seine Lehre, sein Evangelium gehalten haben und nach ihnen gelebt haben. Keiner kann alle Gebote und Lehren der Kirchen 100% einhalten, sich als Moralapostel aufspielen und sagen, der andere Christ ist kein Christ!

Wird die christliche Konfession dann beliebig?

Nein! Im Gegenteil. Die ersten 7 ökumenischen Konzilien legten, mit dem Heiligen Geist zusammen, nach Streit, Beratung und wissenschaftlichen Diskussionen ein für allemal fest, was die Lehre der Kirche ist und was Kirche ausmacht. Die Kriterien für eine christliche Kirche legte Jesus selbst fest und ist in der Apostelgeschichte selbst beschrieben.

 

Diese beiden Schaubilder verdeutlichen, was Christentum genau ist und wie man `Kirché´ zu verstehen hat. Diese objektiven Operatoren (Richtlinien, nach denen entschieden wird), lassen sich auf jede Gruppe, auch erst einmal auf Sekten übertragen.

Was sind dann christlichen Sekten?

Sektenmerkmale I
Aus der vergleichenden Betrachtung von Gemeinschaften, die einen im Vergleich mit anderen hohen Prozentsatz von Aussteigern produzieren, welche die Gemeinschaft als sektenhaft erlebt haben, können Merkmale potenziell als Sekte wirkender Organisationen (sog. Sektenmerkmale) gewonnen werden, z.B. 1) Eine Führungspersönlichkeit, deren Aussagen nicht hinterfragbar sind und der allfällige Verehrung zukommt. 2) Regulationen für viele Bereiche des Lebens. 3) Ein (institutionalisierter oder informeller) Kontrollmechanismus zur Ueberwachung des Verhaltens der einzelnen Mitglieder. 4) Ein Elitebewusstsein der Organisation. 5) Eine Innen-Aussen-Spaltung mit Abwertung der Aussenwelt, eine systematische Abwertung des bisherigen Lebens. 6) Endogamie, d.h. ein Verbot oder die Aechtung von Liebesbezie-hungen zu Aussenstehenden. 7) Hohe zeitliche Inaspruchnahme der Mitglieder. 8) Z. T. auch weitgehende Indienstnahme der finanziellen Ressourcen der Mitglieder u.a.m.

Zur schnellen Prüfung der Sektenhaftigkeit von Gemeinschaften haben sich folgende drei Merkmale bewährt, die gemeinsam gegeben sein müssen, um bei einer Gemeinschaft hohe Sektenhaftigkeit erwarten zu lassen: 1) eine Führung, die von den Mitgliedern nie kritisiert wird 2) Regulationen für alle Bereiche des Lebens 3) Kontrolle der Beachtung dieser Regeln entweder formell oder informell.

(aus: http://www.relinfo.ch/sekten/definition.html )

Sektenmerkmale II

Ausschlaggebend ist nicht die Etikettierung als «Sekte», sondern die differenzierte Beurteilung einer Gruppe anhand ihrer Merkmale und deren Auswirkungen auf der persönlichen, familiären, gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Ebene. Die folgenden Kriterien liefern eine Grundlage zur Einschätzung der Kritikwürdigkeit und Gefährlichkeit einer Gruppe. Dabei ist sorgfältig abzuwägen, ob eine Mehrzahl der Punkte in relevantem Masse zutrifft:

  • Struktur der Organisation: Gruppe mit straff hierarchischer und doktrinärer Struktur
  • Autoritäre Führung: Führergestalt mit prophetischen oder guruhafter Ansprüchen
  • Offenheit der Gruppe: Isolation und starke Abgrenzung der Gruppe nach Außen
  • Leistungen für die Gruppe: überteuerte Kursangebote oder Kosten für Lehrmaterial, Fronarbeit
  • Welt- und Menschenbild: Einteilung der Welt in Gut und Böse, Schwarz-Weiss-Denken
  • Absolutheitsanspruch: ausschließender Glaube an die absolute Wahrheit des eigenen Systems, der eigenen Lehre, des eigenen Weges, der eigenen Methoden
  • Erlösungs- oder Heilsversprechen: «Universalrezepte» für sämtliche Probleme sowie irreale Machbarkeitsvorstellungen
  • Elitebewusstsein: Die Mitglieder der Gruppe verstehen sich als auserwählt, als spirituell weiterentwickelte Elite der Menschheit, als „Speerspitze“ des Wissens.
  • Endzeiterwartung: Gruppe erwartet Endzeit, Weltuntergang
  • Informationspolitik nach Außen: keine offene Informationspolitik, irreführende Propaganda
  • Informationspolitik nach Innen: Selektion von Information bis hin zu bewusster Desinformation innerhalb der Gruppe
  • Umgang mit Kritik: Kritikverbot innerhalb der Gruppe; Bekämpfung von Kritiker/Innen außerhalb
  • Milieukontrolle: Kontrolle und Überwachung aller Lebensbereiche
  • Rücksichtlose Methoden: getarnte oder irreführende Anwerbung, Indoktrination, Einsatz von bewusstseinsverändernden Methoden
  • Gedanken- und Gefühlskontrolle: durch Erzeugung eines schlechten Gewissens und von Angst wird das Mitglied manipuliert; durch exzessives Praktizieren von Entspannungstechniken und Meditation werden Gedanken und Gefühle kontrollierbar und manchmal sogar ein “innerer Führer” eingeführt, der das eigene Gewissen ersetzt

(aus http://www.infosekta.ch/was-ist-eine-sekte/sektenmerkmale/ )

Dies sind nur 2 Webseiten, bei denen Sie selbst prüfen können, wann genau eine Sekte vorliegt und ob eine Gruppe, Kirche oder christliche Gemeinschaft eine Sekte ist, oder nicht? Die Gefahr bei Klein und Kleinstkirchen ist genau an diesen objektiven Operatoren gegeben und kann dementsprechend auch objektiv gemessen werden.

Ökumene mit Kleinkirchen?

Keine Kirche ist statisch. Nichts davon ist statisch. Alles entwickelt sind, oder wie wir in der UKK (Unabhängig-katholischen Kirche) auch sagen, die Kirche ist eine Kirche semper reformandi (sich stehts reformierende (ändernde) Kirche) und es muss im Einzelfall geschaut werden, wie man den Mitgliedern und der gesamten Gruppe umgehen sollte. Eine Ablehnung der großen Kirchen gegenüber den Klein und Kleinstkirchen halte ich generell für falsch, da in der Bibel steht:

38Da sagte Johannes zu ihm: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. 39Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. 40Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. 41Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen. (Mk.9;28-41/ http://www.bibelwerk.de/Bibel.12790.html/Einheitsuebersetzung+online.12798.html )

Die klassischen Kirchen könnten an dieser Stelle Johannes sein und die Klein und Kleinstkirchen könnten dieser fremde Wundertäter sein, der dennoch im Namen Jesu auftaucht und Wunder tut.

Weihelinien als ein Operator!

Um genau zu belegen, dass man doch nicht ganz so fremd ist, haben Kirchen Sukzessionslinien (Weihelinien) der Bischöfe und Erzbischöfe, an deren Linie sich erkennen lässt (ähnlich wie eine Ahnentafel, oder ein Stammbaum), von welchem Apostel, aus welcher Kirche man entstammt. Dass sich Kirchen diese Weihelinien gegenseitig aberkennen und ein Streit um diese Linien entbrannt ist, ist kein neues Phänomen und hatte es schon in der frühen Kirchen gegeben. Auch in der römischen Kirche gab es Streitereien um Weihelinien, Päpste und Gegenpäpste und Linien, die entweder manipuliert, oder geschönt wurden. Auch dies ist durchaus geschehen und erschien unter den historischen Umständen als sehr legitim.

Wissenschaft als ein weiterer Operator!

Theologie ist eine Wissenschaft und kann kirchenintern, oder an staatlichen Fakultäten und Hochschulen und Universitäten studiert werden. Bei allen gilt jedoch eins: Ein Abschluss, Zertifikat alleine, ein Titel egal von wem oder was, heißt an sich nichts. Nicht mal staatliche Abschlüsse sind heute ein Garant dafür, dass der Träger und Inhaber den Inhalt dieses Dokumentes auch wirklich qualitativ füllen kann. Abschlüsse alleine sagen also nichts aus. Wieso brauche ich sie dann doch?

Erst einmal heißt ein Abschluss, dass der Inhaber des Dokumentes, sofern er es ehrlich erworben hat, den Dozenten und Professoren das erzählt und wiedergegeben hat, was sie hören wollten und was diese für richtig hielten. Dies muss nicht zwingend schlecht sein. Doch seien wir ehrlich? Bulemielernen, also lernen und in der Prüfung dann auskotzen, hat mit integrativem Lernen und Verknüpfen wohl kaum etwas zu tun. Ob der Inhaber des Abschlusses am Ende von dem gelernten auch noch etwas weiß und auch professionell anwendet, steht auf einem ganzen anderen Papier. Die Qualität der Arbeit hat mit dem erworbenen Abschluss meist kaum etwas zu tun.

Doch egal wie dieser Abschluss oder Dokument nun erworben wurde, ob durch verknüpfendes Lernen, oder Bulemielernen: Die wissenschaftliche Bearbeitung von Texten und theologischen Schriften ist für den professionellen Studenten grundlegend wichtig. Kircheninterne Abschlüsse, sofern sie nach wissenschaftlichen Operatoren erworben wurden, sind manchmal genauso hoch im Niveau, wie die staatlichen.

Ein besser, oder schlechter in den Abschlüssen ist nach staatlich anerkannt und kirchenintern so einfach nicht zu unterscheiden. Daher muss in die Ausbildung, den Standard und dem Lehrinhalt geschaut werden, um dann entscheiden zu können, ob man mit dieser Kirche und den Mitgliedern Ökumene zu betreiben.

Außensicht und Innensicht? (Vor)urteile!

Urteilen Sie alleine nach Informationen, die sie auf Internetseiten finden, oder hören Sie auf Hörensagen (also Aussagen Dritter?), oder auf eine einzige Meinung? Meist ist es besser, wenn sie Menschen aus der Gruppe selber kennenlernen, den Pastor, Gemeindeleiter und den Leiter der Kirche (z.B. den Erzbischof z.B. oder die Kirchenleitung allgemein). Sich ein genaueres Bild zu machen bedarf des persönlichen Kontaktes mit den Mitgliedern, oder ehemaligen Mitgliedern.

Urteilen Sie nur nach der Außensicht, oder bilden Sie sich ihre eigene, umfassende Meinung und lassen sie sich nicht auf Vorurteile ein.

Kleinstkirchen und Vorteile?!

Man kann mit Kleinstkirchen Ökumene betreiben und Frucht bringen für den Aufbau der Kirche und des Himmelreiches. Auch Klein und Kleinstkirchen leisten daran ihren Anteil. Der Vorteil an diesen Kirchen kann sein, dass sie individueller und persönlicher das Evangelium verkünden und anwenden können. Kleinstkirchen können auf Probleme und Nöte der Menschen schneller reagieren und haben die Bodenhaftung. Kleinstkirchen haben die Chance Menschen aufzufangen, die in den großen Kirchen vergessen, vernachlässigt, oder ausgeschlossen werden, weil sie `anders´ sind, oder schlicht nicht in die gewünschten Muster passen. Kleinstkirchen können individuell fördern und fordern, um den Menschen die frohe Botschaft, also die eine heilige, katholische und apostolische Lehre (Nizänische Bekenntnis, apostolische Glaubensbekenntnis, athanasische Glaubensbekenntnis) zu bringen und zu Gottes Ehre zu dienen.

Kleinstkirchen und Nachteile?!

In Kleinstkirchen tummeln sich schnell `kranke´ Vögel, `religiöse Spinner´ und gefährliche Fundamentalisten. Da die `Geister zu unterscheiden´, wie es der hl. Ignatius von Loyola fordert, braucht ein wenig mehr, als nur einen flüchtigen Blick. Die großen Kirchen gucken manchmal sehr gerne sehr verächtlich auf die kleinen Kirchen und Gruppen. Nachteile sind die auch im Vorfeld genannten Punkte und müssen bei allem in eine gesunde Skepsis gepackt werden.

 (Diese theologische Einschätzung ist eine persönliche und individuelle Meinung. Niemand soll sich durch den Text direkt angesprochen, kritisiert und zurechtgewiesen fühlen. Es erhebt keinen Anspruch auf absoluten Umfang, oder die absolute, unumstößliche Dogmatisierung. Es sind Gedankengänge und ganz nach Luther: Denkt selbst nach!!!!!!)

Über das priesterliche Verständnis

Der gute Hirte

Was heißt es eigentlich Priester zu sein? Was hat dieser Beruf, diese Berufung, die keine andere Arbeitsstelle in der Kirche bietet?

Ich denke Priester zu sein basiert auf den Bejahung zum Ruf Gottes. Gott führt uns die Wege, die wir uns aussuchen, sagte mir mal ein Theologe aus Paderborn. Diesen einen Satz habe ich im Gedächtnis behalten. Gott ruft uns zu einem Dienst in der Kirche, egal wie dieser aussieht.

Berufung wird meist mit Priesteramt und Kirche in Verbindung gebracht. Diese Einengung im sonst breiten Spektrum göttlicher Berufungen ist leider etwas einseitig. Dennoch möchte ich mich genau diesem Thema widmen.

Was heißt es in unserer modernen Welt Priester zu sein? Priester sein im Hier und Jetzt? In einem Gebet heißt es, dass der Herr Arbeiter in seinen Weinberg schicken soll. Er soll Menschen berufen in seinem Weinberg tätig zu werden. Ein Teil davon ist das Priesteramt. Doch was ist ein Priester? Wie muss ein guter Priester sein?

Diese Frage möchte ich versuchen zu beantworten.

Als erstes muss auch unsere heutige Gesellschaft begreifen, dass Priester zu aller erst Menschen sind. Menschen mit Fehlern, Ecken und Kanten. Kein Mensch, erst recht kein Priester, ist ein perfekter Mensch, geschweige denn ein perfekter Christ.

Ein Priester sollte ein Vorbild sein für seine Gemeinde, für die Menschen die er führt. Er soll einen gefestigten Glauben haben, Krisen erlebt und überstanden haben. Er sollte auch das Leben außerhalb der Kirche kennen, vielleicht sogar selbst ein verlorener Sohn sein. Mit einer Erfahrung die über den kirchlichen Rahmen hinausgeht, hatte er die Chance als Mensch und auch als Christ stärker zu reifen. Wer das Leben ohne Gott kennt, der hat einen anderen Zugang zu ihm, wenn er wieder in seiner Nähe ist. Somit hat er eine stärkere Bindung an Gott, denn er lernt die Zeit mit ihm besser und intensiver zu schätzen.

Die Priester die schon immer Priester werden wollten, nie etwas anderes getan haben, sind nicht unbedingt schlechtere oder bessere Priester. Doch diejenigen, die sich auch von ihm abgewendet haben und sich dann neu auf ihn eingelassen haben, haben einen anderen, vielleicht stärkeren Zugang zu Gott. Sowie im Gleichnis des verlorenen Sohnes.

Im Priesteramt steht der einzelne Mensch als Vertreter Christi auf Erden. In jedem gespendeten Sakrament steht er stellvertretend für Christus. Aus diesen Dingen schöpft er Energie für sein Leben, für sein Zölibat, für seinen priesterlichen Dienst. Er ist ein Werkzeug Gottes und durch ihn soll der Hl. Geist in der Welt wirken.

Priester zu sein heißt aber mehr als nur hinter dem Altar zu stehen, die Eucharistie zu feiern und die Sakramente zu spenden. In der heutigen Kirche werden viele Priester darauf vorbereitet einmal eine Pfarrstelle zu übernehmen und in den Köpfen der meisten Priesteramtskandidaten steckt der Gedanke: Nur wenn ich Pfarrer werde, bin ich ein richtiger Priester.

Dieses denken ist nicht gut! Priester zu sein heißt mehr als ein Vorsteher einer Gemeinde, ein Gemeindeleiter zu sein.

Priester sollen Seelsorger sein, gute Hirten.

(29.01.2012, Pater Thomas Andrew Sebastian Winkler)

 

Wenn ihr nicht werdet, wie die Kinder…

In einem Lied von der Band Raimond heißt es: „Why did we make it so hard, this life is so complicated until we see it through the eyes of a child.”

Auf Deutsch:
Warum machen wir es uns so schwer, das Leben ist so kompliziert bis wir es durch die Augen eines Kindes sehen.

Ist unsere Welt wirklich so kompliziert geworden? Ich meine, stellen Sie sich das Leben mal so vor 800 Jahren vor. War das Leben damals einfacher? Oder komplizierter? Die Antwort darauf ist gar nicht so einfach zu finden. Die Menschen hatten damals vielleicht kaum etwas zu essen, kaum Kleidung und wenn sie auch nur ein Jahr überlebt haben, dann waren sie glücklich. Sie waren glücklich wenn sie gesunde Kinder zur Welt brachten und die Mütter die Geburt überlebt hatten.

Sagen wir es mal so.

Das Leben war nicht unbedingt schöner, als das Unsrige heute. Es war ganz anders als unsere heutige Welt. Doch eines kann man mit Sicherheit sagen, die Welt war damals wesentlich überschaubarer als heute.

In unserer heutigen Gesellschaft steht aber eines immer noch an erster Stelle. Nämlich das Überleben des Einzelnen. Früher hatte man eine große Familie, eine Gruppe auf die man sich stütze konnte und die einem einen gewissen Halt gab. Für einen Menschen des Mittelalters beispielsweise war es fast ein Todesurteil aus einer Stadt oder einer Gemeinschaft, gar der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein. Deshalb fügte man sich in große Gruppen ein, auch in die Gruppe der Familie. Es gab noch eine Großfamilie, mit Tanten, Onkels, Mägden, Knechten und den Kindern. Man hatte einen sozialen Rückhalt und wenn es einem schlecht ging, konnten die anderen diesem beistehen und ihm helfen oder seine Arbeit jedenfalls teilweise übernehmen. Jeder brachte seine Fähigkeiten und Kenntnisse ein und machte die Gruppe so stark.

Unsere heutige Welt besteht aber aus mehr als nur unserem Landgut, dem Bauernhof und unserer Familie. Sondern zum größten Teil nur noch aus uns selbst.

Wir sind von einem Menschen der Gemeinschaft, der familiären Strukturen zu einem Egoisten geworden. Heute steht nur noch unser persönliches Glück; unser persönliches Schicksal auf dem Plan unseres Lebens. Wir gehen heute nur noch Verbindungen ein mit der Anfangsfrage: Was springt für mich dabei raus? Was habe ich davon?

Tun wir wirklich noch etwas aus sozial caritativen Gründen? Aus reinen Gründen der Nächstenliebe? Jesus Christus sagt selbst: „Wenn ihr nur die Liebt, die euch lieben, welchen Lohn könntet ihr dafür erhalten? (Mt. 5, 46)

Fragen wir uns selbst also: Wann haben wir das Letzte mal etwas getan ohne dafür etwas zurück zu verlangen?

Das Leben und die Welt im Mittelalter war überschaulicher, besser vorherzusehen. Ob das besser oder schlechter ist, bleibt ihrer eigenen Wertung überlassen. Aber denken Sie einmal darüber nach!

Sind die ganzen Annehmlichkeiten, der ganze moderne Luxus den gerade wir westlichen Menschen aus den führenden Industriestaaten uns leisten können, auch wirklich ihren Preis wert? Welchen Preis bezahlen wir eigentlich für den ganzen Luxus?

Ich will keineswegs sagen, dass es allen Menschen hier in den Industrieländern besser geht als in den 3. Welt Ländern, wie Afrika oder Südamerika. Aber Anteilsmäßig, also verglichen mit den Menschen, die in diesen Ländern leben müssen, geht es dem überwiegenden Teil der Bevölkerung sehr gut.

Wir haben uns an die Vorzüge der westlichen Kultur und der Moderne so sehr gewöhnt, dass uns sehr schwer fällt von diesen Dingen weniger zu bekommen. Wir meinen alle wir brauchen Internet, hochfunktionelle Computer, modernste Autos und den besten Fernseher und die beste Musikanlage die es auf dem Markt gibt und die man sich leisten kann. Brauchen wir diese Dinge wirklich?

Ja und Nein. Wir können ohne modernste Technik heute kaum noch Leben und die Tatsache dessen ist auch nicht so schlimm.

Allerdings müssen wir immer im Hinterkopf haben, uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass all diese irdischen Dinge vergänglich sind. Alle vor Gott wertlos sind und nur für uns selbst wertvoll erscheinen.

Unsere Welt ist, im Gegensatz zum Mittelalter, viel umfangreicher, komplizierter und anspruchsvoller geworden. Der Preis den wir für die modernen Dingen bezahlen ist innere Unruhe und Unsicherheit, weil die eigene Existenz jeden Tag aufs Neue gefährdet ist.

Und wir Menschen haben etwas erfunden was unsere Wirtschaft vereinfacht hat, unser Leben aber heute maßgeblich bestimmt. Den Mammon Geld.

Wenn wir aber die Welt durch die Augen eines Kindes sehen, eines unschuldigen Kindes, dann sieht die Welt plötzlich anders aus. Geld spielt für das Kind nur eine untergeordnete Rolle, wenn es überhaupt eine Rolle spielt.­ Das Kind will geliebt werden und das kann der Mensch auch und nur ohne Geld leisten.

Liebe kann man nicht kaufen. Weder kann man sich die Liebe eines Kindes ehrlich erkaufen, noch die einer Frau oder eines Mannes.

Aber durch die Globalisierung, dadurch das unsere Welt so kompliziert, so undurchsichtig, so unberechenbar geworden ist, ist das Leben heute schwerer zu ertragen als im Mittelalter.

Die ständige Gefahr eines weltweiten Krieges, undurchsichtige Gesetze, Existenzangst, die Globalisierung der Wirtschaft und der damit wachsende Druck auf die Arbeitnehmer, die sinkende Zahl an Kinder, die steigende Zahl an Arbeitslosen, der soziale Stress und der Arbeitstress dem die Menschen heute unterliegen machen uns unglücklicher denn je.

Ein kleines Beispiel ist der Krieg. Keiner will ihn wirklich, aber ein gesamter Wirtschafszweig braucht ihn zum Überleben. Die ganze Wirtschaft braucht Krieg um zu funktionieren. In kaum eine andere Abteilung als für die Armee und die Waffenindustrie fließt so viel Geld. Das große Geld sitzt, wie auch im Mittelalter, bei wenigen Leuten die das Sagen haben. Diese Leute sind in erster Linie die Wirtschafsbosse und Lobbyisten, die der Politik dann unterbreiten wie sie den Staat zu lenken hat. Das ist heute noch undurchsichtiger als im Mittelalter. Da gab es nur einen König der für die Gesetze verantwortlich war. Man war der Willkür eines Mannes unterstellt, heute unterstellt man sich der Willkür der gesamten der Wirtschaft, der Politik und der EU.

Sehen Kinder die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Zusammenhänge auf der Welt schon. Natürlich nicht!

Das Kind entdeckt seine eigene Welt mit seinen eigenen Augen und ist noch einfach und Krieg und Gewallt spielen für viele Kinder in der westlichen Welt keine Rolle mehr. Die meisten erleben so etwas nur im Kino oder in Spielen. Aber ein kleines unschuldiges Kind sieht die Welt noch einfacher, naiver. Ist diese kindliche Weltvorstellung denn so verkehrt? Jesus sagte mal: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen (Math, 18.3).

Könnte er damit nicht auch gemeint haben, dass wir die Welt auch ein bisschen aus den Augen eines Kindes sehen sollten und Gott einfach nur danken für seine wunderschöne Schöpfung.

Wann haben Sie sich das letzte Mal den Sonnenaufgang oder den Sonnenuntergang angesehen und sich dabei gedacht; Ist das nicht einfach atemberaubend schön?

Wann haben sie sich das letzte Mal über richtige Kleinigkeiten gefreut, eine nette Geste, ein nettes Wort, eine Antwort die Ihnen Gott gab? Oder haben sich in eine Wiese gelegt und den blauen Himmel beobachtet?

Life is so complicated, das Leben ist so kompliziert. Ja, wenn wir so darüber nachdenken ist die Welt schneller, internationaler und komplizierter geworden. Durch moderne Technik sind unsere Gesellschaft und unser Leben so schnell geworden, dass unsere Seele, das was uns ausmacht langsamer ist. Sie hinkt sozusagen hinterher.

Wenn wir auf lange Reisen gehen, sagen manche, dass man erst einmal 24 Stunden braucht um wirklich am Zielort auch mental anzukommen. Denken Sie jetzt mal darüber nach wie schnell sich in den letzten 150 Jahren die Welt verändert hat. Und stellen Sie sich jetzt die Frage, wo unser Geist unsere Seele erst ist?

Vielleicht sollten wir Ab und Zu eine Pause einlegen. Das Tempo der Welt drosseln, auf die Bremse treten. Einen Zwischenstopp, eine Pause einlegen.

Eine Pause um sich mal wieder auf die wesendlichen Dinge zu konzentrieren, nicht nur uns sondern auch unseren Nächsten und unsere Nächsten. Die Familie, Freunde, Bekannte und letztendlich auch Gott. Denn nur wer sich auf andere und auf Gott bezieht, der findet zu sich selbst.

Nehmen wir uns also die Zeit für unsere Seele und lassen sie nachrücken. Lassen Sie unsere Seele uns wieder einholen können. Betrachten wir die Welt auch mal aus der Sicht der Kleinste. Werden wir geliebt? Lieben wir andere?

Betrachten wir die kleinen täglichen Wunder in unserem Leben und freuen uns darüber!

Neben der immer schneller und komplizierter werdenden Welt gibt auch Orte der Ruhe und der Besinnung. Nicht nur die Kirche, schaffen wir uns auch eigene Freiräume.

Wenn wir die Welt Hin und Wieder wie ein Kind betrachten, sehen wir hunderte von Möglichkeiten uns diese Freiräume zu schaffen und diese Chancen, die Gott uns schenkt auch zu nutzen. Für uns, für unsere Nächsten und letztendlich auch für Gott als Dank für seine Schöpfung.

Amen.

(Pater Thomas Andrew ; OSSA)
Predigt vom 24.10.2010

 

Den Hl. Geist empfangen??!! wie ein Radio?!

Hl. Geist Predigt
Thema: Näherbringen des Hl. Geistes und Beispiele
Inhalt:
1)Heilige Geist in der Bibel
2)Pfingsten
3)Hl Geist im Alltag

Liebe Schwestern und Brüder.
(we have to receive the massages of God like this radio)

Es steht ein Radio auf dem Altar!!!!

Wir müssen die Botschaften des Hl. Geistes so aufnehmen, wie dieses Radio.

ROHFASSUNG
Hl. Geist Predigt
Thema: Näherbringen des Hl. Geistes und Beispiele

Liebe Schwestern und Brüder,
vielleicht sind Sie etwas erstaunt darüber, warum auf dem Altar ein kleines Radio steht. Einige werden verwundert sein, andere vielleicht ärgerlich, wie man sich so etwas nur erlauben kann und andere werden vielleicht gespannt hingesehen haben und sicherlich haben Sie sich alle gefragt, welchen Zweck dieses Radio hat?

Es steht hier natürlich nicht ohne Grund. Das Radio ist etwas was wir alle kennen, täglich nutzen. Wir hören Nachrichten, Musik oder verfolgen Fußballergebnisse darüber, wenn wir gerade nicht live dabei zuschauen können. Im Auto sagt es uns den Stau an und gibt Hinweise auf eine mögliche Umleitung.

Wir können selbst entscheiden, welchen Sender wir hören. Der eine mag Klassik, der andere moderne Rock und Pop Musik, der eine mag deutsche Musik mehr während ein anderer lieber internationale Musik hört. Einer mag Kultur, ein anderer lieber etwas anderes.

Fakt ist, lieber Schwestern und Brüder. Wir alle haben viel Kontakt mit dem Radio in unserem Alltag und hören es sehr oft. Manchmal verstellen wir den Sender und wenn das Radio uns sprichwörtlich auf den „Sender geht“, dann schalten wir das Ding auch gerne mal aus.

Doch wenden wir unseren Blick doch mal auf das Gerät. Ein Radio hat immer eine Antenne, ohne die würde es keine Wellen empfangen und könnte keinen Ton herausbringen. Wo ein Empfängergerät ist, da ist auch immer ein Sender.

Doch, liebe Schwestern und Brüder, ist das mit dem heiligen Geist nicht ähnlich?

Was fällt Ihnen spontan ein, wenn ich Sie nach dem Hl. Geist fragen würde? Früher oder später würde Ihnen doch sicherlich auch das Bild von der weißen Taube in den Sinn kommen. Es ist doch das Symbol des Hl. Geistes, oder nicht? Haben Sie sich eigentlich schon einmal Gedanken gemacht, woher dieses Bild kommt? Im Matthäus Evangelium wird das Symbolik der Taube das erste Mal erwähnt:

„16 Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen.“ (Einheitsübersetzung!)

Das Christentum nahm natürlich keine dieser normalen Tauben, die sie sooft in den Städten umherfliegen sehen, sondern natürlich eine weiße Taube. Weiß, die Farbe der Reinheit, der Keuschheit, Weisheit…..also eine weiße Taube!

Und dennoch ist der Hl. Geist keine Taube, sondern der Hl Geist. Das heißt, er ist etwas, was man nicht sehen, nicht beweisen kann, eben ein Geist. Aber man kann ihn erleben, man kann ihn spüren, man kann seine Auswirkungen an den Menschen erkennen. Es ist Gottes Hauch. Dennoch, egal wie wir ihn beschreiben wollten, wir würden dem Geist Gottes nicht wirklich gerecht werden.

Um uns dennoch eine Metapher zu geben, brachte ich heute dieses Radio mit.

Vielleicht fragen Sie sich immer noch, was das mit dem Radio und dem Hl. Geist?

Stellen Sie sich einfach vor, Gott ist der Radiosender, er bestimmt die Programme, die Musiken und die Nachrichten….und wir, was sind wir? Wir sollen nicht nur die stummen Zuhörer sein, wie man jetzt vielleicht denken könnte.

Nein, wir sollen werden wie dieses Radio.

Wir sollen unsere Antenne ausfahren, unsere Antenne, deren Frequenz wir durch die Taube sozusagen bekommen haben und sollen uns einen Sender suchen, der uns zu Gottes Wort, zu seiner Botschaft bringt.

Wir sollen ein Stück so werden wie dieses Radio, denn wir sollen unsere Antenne, die im Herzen eines jeden Gläubigen, eines jeden Christen, eines jeden von uns ist, wir sollen diese ausfahren und auf den Hl Geist hören.

Man kann nämlich statt der Taube auch sagen, dass der Hl Geist mehr wie die Frequenzen der Radiosender sind. Vielleicht trifft es dieses Bild sogar besser, als eine Taube.

Warum?

Radiowellen sehen wir nicht, sie sind stets um uns herum und wir können sie nicht immer spüren, aber sie sind da. Wenn wir es also schaffen unsere Antennen auszufahren und uns auf die Botschaft des Hl. Geistes einlassen, dann werden wir ein Stück wie dieses Radio.

Wir sollen die Nachrichten, die Botschaften, die Gott über den Hl. Geist, über seine Frequenz sozusagen sendet, sollen wir nicht nur anhören, wie der passive Zuhörer des Radios.

Nein! Wir sollen alle, wie dieses Radio die Botschaften an andere weitertragen. Andere können oder wollen manchmal nicht die Frequenz einschalten und die Botschaft hören. Der aber, der es kann, der sollte es tun. In der Familie, in der Arbeit, im alltäglichen Leben. Er soll die Botschaften des Geistes aber nicht einfach so wiedergeben, sondern selber leben.

Und schon hier stößt auch das Bild des Radios an seine Grenzen. Wir können die Botschaften zwar so aufnehmen, wie das Radio, aber es ist nicht in der Lage die Botschaft auch zu leben.

Das können nur wir Menschen. Nur wir sind in der Lage die Botschaft des Geistes zu empfangen und sie selber leben zu können.

Und was sind das für Botschaften, die der Hl. Geist uns übermittelt?

Woher wissen wir, was er sagt, was seine Botschaft ist?

Ist es nur das Wort Gottes in der Bibel? Dann hätte Gott mit dem Senden des Hl. Geistes nach der Himmelfahrt Christi einstellen können und nach dem Zusammenstellen der Bibel als letztes Senden müssen.

Nein! Die Botschaften des Hl. Geistes sind nicht nur auf die Worte und Taten Christi beschränkt, oder auf die Bibel alleine. Nein, der Gott sendet auch noch heute, in unserer Zeit, Botschaften über den Hl. Geist, über seine Radiowellen also, in die Welt von heute. Zu den Menschen von heute, letztlich zu Ihnen und zu mir. Und wir haben als Christen die Aufgabe diese Botschaften selber zu leben und umzusetzten.

So wie die Radiowellen unsichtbar um uns herum sind, so ist auch der Hl. Geist als Hauch Gottes, als Radiowellen um uns herum. Wenn wir also unsere Antenne ausfahren und uns auf ihn einstellen, dann hören wir seine Botschaft. Wir hören sie Nachrichten Gottes, die aktueller sind, als alle anderen

(Predigt v. Pater Thomas Andrew zu Pfingesten 2009)

St. Walburga Gemeinde

Zum Priester berufen?!

Persönliche Berufung:

Priester zu sein heißt für mich konkret eine lebendige Beziehung zu Christus zu führen, diese mehr und mehr zu suchen, den Weg ins ewige Zuhause zu gehen und in seiner Liebe zu wachsen. Es heißt auch den Menschen, einen Weg zu Christus selbst zu eröffnen und Ihnen nicht nur das Evangelium zu verkünden, sondern auch eine pastorale Beziehung zu diesen Menschen zu haben. Jeder, der es will, ist ein von Gott gesandter, dem wir uns annehmen müssen als Priester und dem wir zuhören, beraten, fordern, fördern und dem wir beistehen sollen. Sei es in der Spendung der hl. Ehe, der Taufe, der Begleitung in ein geistliches Amt, oder die Beerdigung. Als Priester nehme ich Anteil an den Lebensstationen der Menschen. Seelsorger heißt für mich, mit den Gaben und Fähigkeiten für die Menschen da zu sein, denen ich als Priester dienen soll. Durch das Seelsorgsteam kann sich jeder Christ den Charakter an Pastor aussuchen, den es braucht und mit dem er am Besten kann. Ich kann auch sozialarbeiterische Arbeit leisten und Familien und Ehehilfe, was auch ein breites Spektrum für einen Priester bietet. Mit dem theologischen, pastoralen und menschlichen Wissen, kann man den Menschen helfen, sich selbst zu helfen, sich selbst besser zu verstehen und dabei Gott, Sein Wirken, Seine Liebe und Seine Leitung zu kennenzulernen. Als Priester ist man ein Helfer bei der Suche nach Gott und ich kann den Menschen die Sicht eröffnen, dass sie die Kirche brauchen. Dass die Kirche eine Gemeinschaft von Gläubigen ist, die unter der „Hirtenleitung“ der Kirchenleiter (Bischof, Priester, Diakon) eingegliedert sind, in den Leib Christi. Ich habe die Möglichkeit und die Pflicht die Fülle der Kirche, der Lehre und der Tradition der unabhängig-katholischen Kirche zu eröffnen, zu leben und dies nach außen zu tragen. Ein Mitbruder aus den USA sagte einmal zu mir, dass die Menschen nach Liturgie hungern, da sie Freikirchen und „Kirche ohne feste Strukturen“ überall sonst erleben, aber eine wahrlich, liturgische, katholische und apostolische Kirche, di von Rom unabhängig ist, kaum erleben, oder sie nur mit der römisch-katholischen Kirche in Verbindung bringen. Für mich heißt Katholizität nicht gleich Rom, sondern die Fülle der katholischen Kirche in ihrer Lehre, in ihrer gottesdienstlichen Feier und der kirchlichen Tradition. Die Bibel, die katholisch-biblische Lehre ist mir dabei genauso ein fester Grundsatz, wie die Katholizität der Kirche in der ich ordiniert wurde. Das Priesteramt, also die göttliche und kirchliche Bestätigung meiner Berufung, sind für mich die feste Grundlage meines Dienstes. Eckstein und Grundstein meines Glaubens ist und bleibt dabei Jesus Christus selbst, in der Einheit der Trinität. Die Fülle an Kirchenvätern, Heiligen und der Messfeier sind für die die lebendige Auslebung meines Glaubens. In Verbindung als Ordenspriester ist für mich besonders der monastische Zweig der Kirche etwas sehr wertvolles, weil jeder von den Wüstenvätern, den frühen Ordensgründern und besonders vom hl. Augustinus von Hippo und dem hl. Benedikt von Nursia etwas lernen kann. Seinem Ruf folgen heißt auch Verantwortung für andere vor Gott übernehmen und dies ist nicht zu leicht zu nehmen. Es ist eine Verantwortung vor Gott für gebrochene, gefallene, schwache und hilfsbedürftige Menschen, wenn man selbst eine gebrochene, schwache und hilfsbedürftige Person ist. Gott allein macht heil und ganz und diese Beziehung kann ich als Priester den Menschen eröffnen und zeigen. Priester zu sein bedeutet für mich mehr als die Sakramentenverwaltung, es ist ein Hingeben zu Gott, seiner Kirche und seinem Ruf. Es sind die Mitbrüder im Amt, die `Kollegen´ an denen man die Kirche und den Dienst ablesen kann. Sind wir demütig gegenüber dem Bischof, oder eigenwillig. Wollen wir uns nur wichtigmachen, oder leisten wir im Kleinen unseren Dienst? Bringen wir Menschen zu Gott und suchen die Braut Christi? Bauen wir aktiv an der Kirche, unter den Regeln der Bibel, der Tradition, innerhalb der Kirchenzucht (CIC), oder wollen wir das „Rad neu erfinden?“, weil wir denken, dass es besser wäre? Ist es Tradition, oder Neu? Ist es gesamtkirchlich, oder einzelgängerisch? Ist es noch katholisch, oder schon freikirchlich. Der Dienst als Priester lässt mich demütig werden, weil ich die Kirche nicht ändern muss und brauche, sondern einfach Diene und Lebe. Die persönliche Berufung umfasst noch viel mehr, aber wenn ich mir die Mitbrüder ansehe, dann sehe ich Männer, die um Gott Wissen, die der Kirche dienen und die priesterlich ihren Dienst tun. Sie bilden Gemeinden, bauen diese auf. Setzten ihre Kraft und ihre Fähigkeiten zur Ehre der Kirche ein und zur Ehre Gottes selbst. Grad auch die Bistumspriester, die hauptberuflich in zivilberufen Arbeiten und dennoch Gemeinden haben, aufbauen und Früchte tragen sind für mich beweise genug, dass es Gottes Wille ist. Die Gemeinden wachsen, die Erkenntnisse über Kirche, Gott und Berufung intensivieren und vertiefen sich und der Einsatz für das Himmelreich ist groß. An den Früchten werdet ihr erkannt, so sagt es die Bibel. Das gilt auch und grade für uns Priester.