Was Theologen NIE tun dürfen! Die 12 goldenen Regeln!!! (ein humoristisches Pamphlet und Abhandlung von Gedanken)

1) Hinterfragen Sie als Theologe NIEMALS die Bibel!
Die menschliche Ratio und Erkenntnis stammt nicht von Gott, sondern ist Teufelswerk! Sie müssen als Theologe wissen, dass Sie niemals Gott hinterfragen dürfen, Niemals seine Schrift hinterfragen und schon gar nicht, die Kirche hinterfragen.

2) Denken Sie bloß nie selbst nach!
Theologie zu betreiben heißt, dass zu wiederholen, zu schreiben und Zusammenzufassen, was andere Theologen (die davon mehr Ahnung haben, als Sie) bereits in theologischen Schriften verfasst, dogmatisch festgelegt und erörtert haben. Lesen Sie zu allem Kompendien, theologische Lexika und denken Sie, um Gottes Willen und zu ihrem Seelenheil, Niemals eigenständig nach!!!!

3) Bringen Sie KEINE Bezugswissenschaften in die Theologie!!!
Die Theologie ist Bibelkunde. Sie müssen als Theologe die Bibel auswendig können, sie rezitieren, singen und vorbeten können. Da die Bibel grundsätzlich nur das reine und uninterprätierbare Wort Gottes ist, reicht dies völlig aus. Moderne Wissenschaften in die Theologie mit einzubeziehen, wie es am Seminar St. Columban geschieht, ist NICHT theologisch und biblisch sauber. Bezugswissenschaften wie Pädagogik, Psychologie, Politik, Soziologie und andere NICHT biblische Wissenschaften (egal ob sie eigentlich im Alten und im Neuen Testament zu finden sind) braucht kein Theologe.

4)Hinterfragen Sie, um Gottes Willen, NIEMALS die Kompetenz ihrer Vorgesetzten!
Das kann Sie ihren theologischen Titel, ihre Disposition und ihr Ansehen in der Öffentlichkeit und im Kollegenkreis schaden!!!! Kommen Sie niemals auf die Idee, mal nachzufragen, wie Vorgesetzte an das Amt, die Würde, den Titel gekommen sind. Es könnte ihren Untergang bedeuten. Die Bibel (vor allem das Alte Testament) verbietet uns als Menschen, selbst nach Kompetenzen zu streben und andere dabei zu hinterfragen. TUN Sie dies NIEMALS!

5)Qualitätsmanagement und Theologie, unvereinbar
Theologie wird von Gott bestimmt und nur von wenigen gebildeten Theologen, die hohe kirchliche Ämter innehaben. Niemals sollten kleine Theologen (ach quatsch, sie sind gar keiner) diese Lehrmeinungen hinterfragen und, um ihrer Seelenheil wegen, Niemals, ich bitte Sie eingehend, niemals Theologie und Qualität miteinander verbinden zu wollen. Ämter werden nur nach Nase, „Honig ums Maul geschmiere“ und aus Nettigkeit verliehen. Am besten verteilt man Ämter einfach an die, die man hat und macht sie (unabhängig von Berufung und Profession) einfach zu irgendjemanden und irgendwas, was nett klingt. Theologie geht nur über Jahrzehnte und nur nach über 40 Jahren weiß man genau, was Gottes Wille ist und das Gott `nur´ unter einer Person auf Erden, seinem Stellvertreter allein zu finden ist. (Der Heilige Vater aus Rom, oder die Patriarchen der orthodoxen Kirchen sind nicht gemeint)

6)Das wurde schon immer so gemacht und muss so laufen
Führen Sie niemals Qualität, Standards, Überprüfungen in irgendetwas ein. Schon gar nicht in der Theologie. So wie es immer lief, muss es auch weiter laufen. Dies gilt in allen Lebenslagen und Situationen. Innovation (oder gar der Hl. Geist und seine Neuerungen) sollen für Theologen BITTE draußen bleiben.

7) Bloß keine Gegenmeinung!
Es gibt nur eine Kirche. Stimmt! Aber es gibt nur eine Denomination, eine wahre Kirche und in der sind natürlich SIE. Besser gesagt, ihr Vorgesetzter, der diese Vertritt. Als Theologe müssen Sie davon ausgehen, dass NUR Ihr Laden den wahren Glauben alleine vertritt und alle anderen Spalter, Idioten, Spinner, Abspalter und Feinde sind. Gegenmeinungen, seien diese auch noch so gut, können nicht akzeptiert werden, sondern müssen vernichtet werden.

8)Keine konstruktive Kritik zulassen!!!
Lassen Sie es als Theologe um Gottes Willen niemals konstruktive Kritik zu, weder an ihrer Person, noch an den Vorgesetzten und niemals an der Kirchenleitung selbst. Sie müssen bei solchen Dingen immer alles unter den Teppich kehren, hinter dem Rücken der betreffenden Person auslassen, unfair und persönlich verletzend werden. Warum? Profession kann ja schließlich jeder, Sie sind aber Theologe.

9)Andere Diskreditieren
Sollten Sie Personen kennen, die sich ihrer Meinung nach unflätig verhalten haben, machen Sie sich fertig. Kämpfen Sie mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele gegen diesen Menschen und lassen Sie sich niemals in die objektive Sichtweise zurückbringen. Vertrauen Sie dabei NUR einer Quelle, Fragen Sie nie nach der Gegenmeinung, und tragen Sie alles, alles in die Öffentlichkeit, um sich selbst besser, die anderen schlechter darstellen zu können.

10)Gegner loswerden
Gegner in den eigenen Reihen müssen Sie nicht als Theologe öffentlich ankreiden. Machen Sie es lieber indirekt, unterstellen Sie alles was Ihnen einfällt und erzählen Sie ihren Mitmenschen niemals die volle Wahrheit, sondern nur die Version, die das Gegenüber wissen muss und gestehen Sie niemals Fehler ein, denn Sie begehen keine. Der andere ist der Feind. Rausschmeißen brauchen Sie auch keinen, ihre Gegner werden von alleine gehen, wenn sie merken, wie heilig, perfekt und ehrlich Sie sind.

11)Üben Sie keine Ehrlichkeit!
Seien sie unprofessionell, persönlich und verletztend gegenüber denen, die Ihnen nicht in den Kram passen. Und: das wichtigste: Seien Sie bloß nicht ehrlich. Niemals, weder zu anderen, und um Gottes Willen niemals gegenüber sich selbst. Der Andere ist immer Schuld und je mehr man dem nachweisen, andichten und ankreiden kann, umso besser.

12) üben Sie niemals Vergebung und Selbstkritik!
Selbstkritik, oder das öffentliche und private eingestehen von Fehlern innerhalb des eigenen Verhaltens und der Person gehen gar nicht. Zeigen Sie niemals, dass sie Schwächen, Grenzen und Fehler haben. Selbstkritik ist tötlich und rückt Sie selbst aus dem Heiligenschein, der Ihnen auf dem Kopf schwebt als guter Theologe und könnte Makel aufweisen. Und daraus resultiert: Vergeben Sie niemals: denn im alten Testament steht als konklusion: Zahn und Zahn, Auge um Auge. Wers glaubt, wird selig.

Moment mal: Glauben Sie das geschriebene wirklich? Verhalten Sie sich, wie oben beschrieben? Glauben Sie, Sie hätten die Weisheit Gottes aufgrund vom Amt, Alter und Erfahrung mit dem Löffel gefressen. Glauben Sie, nur die ihrigen Anhänger und sie stehen unter dem alleinigen Segen Gottes? Glauben Sie, das humorvolle Schreiben oben hat Recht? Lesen Sie die Bibel und verstehen Sie sich mit Herz, Mund und Händen!!!! Betreiben Sie Denken, Nachfragen, Hinterfragen und betreiben Sie Theologie wissenschaftlich korrekt!!!! Jesu befreiende Botschaft macht den Blick weit, lässt uns demütig und klein werden und zeigt uns die Realität. Denke Mensch, auf dass Du Gott und seine Botschaft erkennst und sei professionell!!! Versuchen wir es wenigstens. Mit einem kleinen Grinsen Dean Pater Thomas Andrew, UKK

(in Gedenken an einen sehr guten Freund, den ich tragisch verloren habe, der mir dies vor vielen vielen Jahren einmal sagte. Vielen herzlichen Dank für diese Gedankengänge)

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