Ökumene?! Großkirchen und Kleinstkirchen?! (Un)möglich?

Das Thema Ökumene ist heutzutage ein wichtiges Thema im christlichen Miteinander der Kirchen. Meist wird Ökumene zwischen den evangelischen Landeskirche und der römisch-katholischen Kirche verstanden. Kleinkirchen und Freikirchen werden kaum, bis selten, zu wirklich großen ökumenische Festen und Gottesdiensten geladen, die auch wirklich journalistisch beachtet werden. Leisten die kleinen Kirchen und kirchlichen Gruppen und Gemeinden weniger Arbeit im Weinberg des Herrn? Sind Kirchen nur auf Grund ihrer Zahlen und Mitgliederstatistiken wichtig, bedeutend und verifiziert. Haben diese kleineren Kirchen, Gemeinden und kirchlichen Vereine außerhalb der `klassischen´ Kirchen keinen Anteil am Himmelreich, oder am kirchlichen und christlichen Miteinander. Die kirchliche Vielfallt in Deutschland besteht aus weitaus mehr Kirchen, als nur der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche. Neben den Brüdergemeinden, den Freien evangelischen Gemeinden (FEG´s) und kleineren und größeren Kirchen, wie auch die Unabhängig-katholischen Kirche eine ist, gibt es mittlerweile eine ganze Fülle an christlichen Kirchen in Deutschland. Leider schwebt in den Köpfen der Menschen, grade aus den beiden Großkirchen schnell das Vorurteil, dass alle anderen `Sekten´ und keine richtigen Kirchen seien. Da sich die meisten der Kleinkirchen in der Bundesrepublik in Vereinen, gemeinnützigen Gesellschaften und anderen Rechtsformen rechtlich zusammenfassen und konstituieren müssen und KEINE Staatsverträge, bezüglich Kirchensteuer und allgemeinen Rechtsverträgen, mit der BRD haben, müssen die Zusammenspiele immer im Einzelfall angesehen und entschieden werden.

Gefahr bei den Kleinkirchen!

Anders als bei den Großkirchen ist die Gefahr an `kranke Vögel´ zu gelangen und `schiefe´ Sichtweisen zu entwickeln sehr groß. Kleinkirchen haben oftmals den Anspruch schnell an Mitgliederzahlen und Gemeinden zu gelangen und dabei wird auch gerne mal aus einer Maus ein Elefant gemacht, die PR Trommel besonders gerührt und alles, was so geschieht, sofort und unverzüglich ins Netz gestellt. Die PR (Publik Relation) ist der heutigen Gesellschaft etwas völlig natürliches und die Berichterstattung kann hilfreich sein, sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Doch unter den Mitgliedern, grade unter den Klerikern und Geistlichen können sich schnell `falsche Vögel´ und `religiöse Spinner´ verbergen. Mit dieser Aussage ist keiner der Mitglieder einer Kirche angesprochen, oder speziell gemeint. Aber die Gefahr der Anteile an solchen Menschen ist bei Klein und Kleinstkirchen schneller gegeben, als bei den Großkirchen. In Großkirchen sind solche Leute auch zu finden, nur gehen diese unter, in der Masse der Anderen und können nur marginalen Schaden anrichten, nämlich nur an dem Ort, an dem sie wirken. In Kleinstkirchen sieht dies manchmal anders aus. Da sind die wenigen, die da sind, der Grundpfeiler dieser Kirche, Gemeinde, Gruppe und da können 1-2 `kranke Vögel´ weitaus mehr Schaden anrichten, als dies in anderen Kirchen der Fall wäre. Eine zu fundamentalistische Sichtweise, eine zu krasse Ablehnung von Menschen wegen der Hautfarbe, spirituellen Sichtweisen, Sexualität, Berufsgruppen und religiösen Ansichten kann in kleineren Kirchen schneller geschehen, als in anderen Kirchen. Vor allem kann der Umgang mit Ihnen handgreiflich und verletzend werden. Allerdings kann im Gegenzug die Liberalisierung, die Verwaschung der einen, heiligen Lehre der Kirche ebenso schnell kippen und abhandenkommen, wie die anderen Sichtweisen. Schlicht: Kleinstkirchen kippen entweder oftmals schnell in das eine, oder andere extreme Christentum.

Bei Großkirchen ist häufig dass der Fall, dass sie so vorsichtig, so politisch korrekt, so glatt und fast 1000% durchdacht schreiben, dass sich auch wirklich alle angesprochen fühlen und sich ja keiner vor den eigenen Kopf gestoßen fühlt.

Die Botschaft Jesu muss aber anecken. Sie muss provozieren, sie muss zum Nachdenken anregen. Jesus formulierte sein Evangelium radikal und scharf. Dabei war aber die Vergebung, die Barmherzigkeit und die Liebe Gottes an oberster Stelle. Dazu braucht man sich nur sein Doppelgebot durchlesen. „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“ (Mt. 22;37-40)

Am Ende wird Gott uns sicherlich nicht fragen, ob wir uns an das römische Kirchenrecht, die evangelische Kirchenzucht, oder das orthodoxe Kirchenrecht gehalten haben? Ob wir evangelisch, römisch, anglikanisch, lutheraner, uniert oder freikirchlich waren? Nach der Konfession im weltrechtlichen Sinne wird er uns sicher weder unterscheiden, noch fragen. Er weiß es bereits.

Wichtig ist, haben wir seine Gebote gehalten und uns an seine Lehre, sein Evangelium gehalten haben und nach ihnen gelebt haben. Keiner kann alle Gebote und Lehren der Kirchen 100% einhalten, sich als Moralapostel aufspielen und sagen, der andere Christ ist kein Christ!

Wird die christliche Konfession dann beliebig?

Nein! Im Gegenteil. Die ersten 7 ökumenischen Konzilien legten, mit dem Heiligen Geist zusammen, nach Streit, Beratung und wissenschaftlichen Diskussionen ein für allemal fest, was die Lehre der Kirche ist und was Kirche ausmacht. Die Kriterien für eine christliche Kirche legte Jesus selbst fest und ist in der Apostelgeschichte selbst beschrieben.

 

Diese beiden Schaubilder verdeutlichen, was Christentum genau ist und wie man `Kirché´ zu verstehen hat. Diese objektiven Operatoren (Richtlinien, nach denen entschieden wird), lassen sich auf jede Gruppe, auch erst einmal auf Sekten übertragen.

Was sind dann christlichen Sekten?

Sektenmerkmale I
Aus der vergleichenden Betrachtung von Gemeinschaften, die einen im Vergleich mit anderen hohen Prozentsatz von Aussteigern produzieren, welche die Gemeinschaft als sektenhaft erlebt haben, können Merkmale potenziell als Sekte wirkender Organisationen (sog. Sektenmerkmale) gewonnen werden, z.B. 1) Eine Führungspersönlichkeit, deren Aussagen nicht hinterfragbar sind und der allfällige Verehrung zukommt. 2) Regulationen für viele Bereiche des Lebens. 3) Ein (institutionalisierter oder informeller) Kontrollmechanismus zur Ueberwachung des Verhaltens der einzelnen Mitglieder. 4) Ein Elitebewusstsein der Organisation. 5) Eine Innen-Aussen-Spaltung mit Abwertung der Aussenwelt, eine systematische Abwertung des bisherigen Lebens. 6) Endogamie, d.h. ein Verbot oder die Aechtung von Liebesbezie-hungen zu Aussenstehenden. 7) Hohe zeitliche Inaspruchnahme der Mitglieder. 8) Z. T. auch weitgehende Indienstnahme der finanziellen Ressourcen der Mitglieder u.a.m.

Zur schnellen Prüfung der Sektenhaftigkeit von Gemeinschaften haben sich folgende drei Merkmale bewährt, die gemeinsam gegeben sein müssen, um bei einer Gemeinschaft hohe Sektenhaftigkeit erwarten zu lassen: 1) eine Führung, die von den Mitgliedern nie kritisiert wird 2) Regulationen für alle Bereiche des Lebens 3) Kontrolle der Beachtung dieser Regeln entweder formell oder informell.

(aus: http://www.relinfo.ch/sekten/definition.html )

Sektenmerkmale II

Ausschlaggebend ist nicht die Etikettierung als «Sekte», sondern die differenzierte Beurteilung einer Gruppe anhand ihrer Merkmale und deren Auswirkungen auf der persönlichen, familiären, gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Ebene. Die folgenden Kriterien liefern eine Grundlage zur Einschätzung der Kritikwürdigkeit und Gefährlichkeit einer Gruppe. Dabei ist sorgfältig abzuwägen, ob eine Mehrzahl der Punkte in relevantem Masse zutrifft:

  • Struktur der Organisation: Gruppe mit straff hierarchischer und doktrinärer Struktur
  • Autoritäre Führung: Führergestalt mit prophetischen oder guruhafter Ansprüchen
  • Offenheit der Gruppe: Isolation und starke Abgrenzung der Gruppe nach Außen
  • Leistungen für die Gruppe: überteuerte Kursangebote oder Kosten für Lehrmaterial, Fronarbeit
  • Welt- und Menschenbild: Einteilung der Welt in Gut und Böse, Schwarz-Weiss-Denken
  • Absolutheitsanspruch: ausschließender Glaube an die absolute Wahrheit des eigenen Systems, der eigenen Lehre, des eigenen Weges, der eigenen Methoden
  • Erlösungs- oder Heilsversprechen: «Universalrezepte» für sämtliche Probleme sowie irreale Machbarkeitsvorstellungen
  • Elitebewusstsein: Die Mitglieder der Gruppe verstehen sich als auserwählt, als spirituell weiterentwickelte Elite der Menschheit, als „Speerspitze“ des Wissens.
  • Endzeiterwartung: Gruppe erwartet Endzeit, Weltuntergang
  • Informationspolitik nach Außen: keine offene Informationspolitik, irreführende Propaganda
  • Informationspolitik nach Innen: Selektion von Information bis hin zu bewusster Desinformation innerhalb der Gruppe
  • Umgang mit Kritik: Kritikverbot innerhalb der Gruppe; Bekämpfung von Kritiker/Innen außerhalb
  • Milieukontrolle: Kontrolle und Überwachung aller Lebensbereiche
  • Rücksichtlose Methoden: getarnte oder irreführende Anwerbung, Indoktrination, Einsatz von bewusstseinsverändernden Methoden
  • Gedanken- und Gefühlskontrolle: durch Erzeugung eines schlechten Gewissens und von Angst wird das Mitglied manipuliert; durch exzessives Praktizieren von Entspannungstechniken und Meditation werden Gedanken und Gefühle kontrollierbar und manchmal sogar ein “innerer Führer” eingeführt, der das eigene Gewissen ersetzt

(aus http://www.infosekta.ch/was-ist-eine-sekte/sektenmerkmale/ )

Dies sind nur 2 Webseiten, bei denen Sie selbst prüfen können, wann genau eine Sekte vorliegt und ob eine Gruppe, Kirche oder christliche Gemeinschaft eine Sekte ist, oder nicht? Die Gefahr bei Klein und Kleinstkirchen ist genau an diesen objektiven Operatoren gegeben und kann dementsprechend auch objektiv gemessen werden.

Ökumene mit Kleinkirchen?

Keine Kirche ist statisch. Nichts davon ist statisch. Alles entwickelt sind, oder wie wir in der UKK (Unabhängig-katholischen Kirche) auch sagen, die Kirche ist eine Kirche semper reformandi (sich stehts reformierende (ändernde) Kirche) und es muss im Einzelfall geschaut werden, wie man den Mitgliedern und der gesamten Gruppe umgehen sollte. Eine Ablehnung der großen Kirchen gegenüber den Klein und Kleinstkirchen halte ich generell für falsch, da in der Bibel steht:

38Da sagte Johannes zu ihm: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. 39Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. 40Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. 41Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen. (Mk.9;28-41/ http://www.bibelwerk.de/Bibel.12790.html/Einheitsuebersetzung+online.12798.html )

Die klassischen Kirchen könnten an dieser Stelle Johannes sein und die Klein und Kleinstkirchen könnten dieser fremde Wundertäter sein, der dennoch im Namen Jesu auftaucht und Wunder tut.

Weihelinien als ein Operator!

Um genau zu belegen, dass man doch nicht ganz so fremd ist, haben Kirchen Sukzessionslinien (Weihelinien) der Bischöfe und Erzbischöfe, an deren Linie sich erkennen lässt (ähnlich wie eine Ahnentafel, oder ein Stammbaum), von welchem Apostel, aus welcher Kirche man entstammt. Dass sich Kirchen diese Weihelinien gegenseitig aberkennen und ein Streit um diese Linien entbrannt ist, ist kein neues Phänomen und hatte es schon in der frühen Kirchen gegeben. Auch in der römischen Kirche gab es Streitereien um Weihelinien, Päpste und Gegenpäpste und Linien, die entweder manipuliert, oder geschönt wurden. Auch dies ist durchaus geschehen und erschien unter den historischen Umständen als sehr legitim.

Wissenschaft als ein weiterer Operator!

Theologie ist eine Wissenschaft und kann kirchenintern, oder an staatlichen Fakultäten und Hochschulen und Universitäten studiert werden. Bei allen gilt jedoch eins: Ein Abschluss, Zertifikat alleine, ein Titel egal von wem oder was, heißt an sich nichts. Nicht mal staatliche Abschlüsse sind heute ein Garant dafür, dass der Träger und Inhaber den Inhalt dieses Dokumentes auch wirklich qualitativ füllen kann. Abschlüsse alleine sagen also nichts aus. Wieso brauche ich sie dann doch?

Erst einmal heißt ein Abschluss, dass der Inhaber des Dokumentes, sofern er es ehrlich erworben hat, den Dozenten und Professoren das erzählt und wiedergegeben hat, was sie hören wollten und was diese für richtig hielten. Dies muss nicht zwingend schlecht sein. Doch seien wir ehrlich? Bulemielernen, also lernen und in der Prüfung dann auskotzen, hat mit integrativem Lernen und Verknüpfen wohl kaum etwas zu tun. Ob der Inhaber des Abschlusses am Ende von dem gelernten auch noch etwas weiß und auch professionell anwendet, steht auf einem ganzen anderen Papier. Die Qualität der Arbeit hat mit dem erworbenen Abschluss meist kaum etwas zu tun.

Doch egal wie dieser Abschluss oder Dokument nun erworben wurde, ob durch verknüpfendes Lernen, oder Bulemielernen: Die wissenschaftliche Bearbeitung von Texten und theologischen Schriften ist für den professionellen Studenten grundlegend wichtig. Kircheninterne Abschlüsse, sofern sie nach wissenschaftlichen Operatoren erworben wurden, sind manchmal genauso hoch im Niveau, wie die staatlichen.

Ein besser, oder schlechter in den Abschlüssen ist nach staatlich anerkannt und kirchenintern so einfach nicht zu unterscheiden. Daher muss in die Ausbildung, den Standard und dem Lehrinhalt geschaut werden, um dann entscheiden zu können, ob man mit dieser Kirche und den Mitgliedern Ökumene zu betreiben.

Außensicht und Innensicht? (Vor)urteile!

Urteilen Sie alleine nach Informationen, die sie auf Internetseiten finden, oder hören Sie auf Hörensagen (also Aussagen Dritter?), oder auf eine einzige Meinung? Meist ist es besser, wenn sie Menschen aus der Gruppe selber kennenlernen, den Pastor, Gemeindeleiter und den Leiter der Kirche (z.B. den Erzbischof z.B. oder die Kirchenleitung allgemein). Sich ein genaueres Bild zu machen bedarf des persönlichen Kontaktes mit den Mitgliedern, oder ehemaligen Mitgliedern.

Urteilen Sie nur nach der Außensicht, oder bilden Sie sich ihre eigene, umfassende Meinung und lassen sie sich nicht auf Vorurteile ein.

Kleinstkirchen und Vorteile?!

Man kann mit Kleinstkirchen Ökumene betreiben und Frucht bringen für den Aufbau der Kirche und des Himmelreiches. Auch Klein und Kleinstkirchen leisten daran ihren Anteil. Der Vorteil an diesen Kirchen kann sein, dass sie individueller und persönlicher das Evangelium verkünden und anwenden können. Kleinstkirchen können auf Probleme und Nöte der Menschen schneller reagieren und haben die Bodenhaftung. Kleinstkirchen haben die Chance Menschen aufzufangen, die in den großen Kirchen vergessen, vernachlässigt, oder ausgeschlossen werden, weil sie `anders´ sind, oder schlicht nicht in die gewünschten Muster passen. Kleinstkirchen können individuell fördern und fordern, um den Menschen die frohe Botschaft, also die eine heilige, katholische und apostolische Lehre (Nizänische Bekenntnis, apostolische Glaubensbekenntnis, athanasische Glaubensbekenntnis) zu bringen und zu Gottes Ehre zu dienen.

Kleinstkirchen und Nachteile?!

In Kleinstkirchen tummeln sich schnell `kranke´ Vögel, `religiöse Spinner´ und gefährliche Fundamentalisten. Da die `Geister zu unterscheiden´, wie es der hl. Ignatius von Loyola fordert, braucht ein wenig mehr, als nur einen flüchtigen Blick. Die großen Kirchen gucken manchmal sehr gerne sehr verächtlich auf die kleinen Kirchen und Gruppen. Nachteile sind die auch im Vorfeld genannten Punkte und müssen bei allem in eine gesunde Skepsis gepackt werden.

 (Diese theologische Einschätzung ist eine persönliche und individuelle Meinung. Niemand soll sich durch den Text direkt angesprochen, kritisiert und zurechtgewiesen fühlen. Es erhebt keinen Anspruch auf absoluten Umfang, oder die absolute, unumstößliche Dogmatisierung. Es sind Gedankengänge und ganz nach Luther: Denkt selbst nach!!!!!!)

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Besuch beim Erzbischof

Dieses Wochenende besuchte ich meinen neuen Erzbischof Karl-Michael Soemer der UKK. Da ich im Herzen immer katholisch war, aber selten römisch genug, habe ich den Schritt vom Anglo-katholischen in die UKK getan. Ich bin meinem früheren Bischof sehr dankbar für die Zusammenarbeit und die vielen Jahre, die ich erleben durfte. Nun darf ich nicht nur wieder Anbetung des Allerheiligsten feiern, Frohnleichnahm und Heiligen und Seligen- und Marienverehrung haben, sondern auch katholische Feste, jesuitische Spiritualität und die Fülle der Katholizität. Hier nun einige Bilder der gemeinsamen Messe und der Weihe sub-conditionem. Wir hatten einen gesegneten Austausch, gute theologische Gespräche und wissenschaftlich-theologisch fundierte Weitblicke

Wir feierten erst die I Vesper des 4. Adventssonntages und dann die Vorabendmesse des letzten Advents. Hier ist der Link zum Gottesdienst:

Im Anschluss traf ich mich  mit ehemaligen Mitstudenten aus Paderborn zum Austausch und Treffen. Am nächsten Morgen fuhr ich wieder zurück um um 11:30 die Messe für die Gemeinde zu lesen und dann zur ökumenischer Andacht im Altenheim Schwarzenborn, mit der evangelischen Pfarrerin.

 

Danke für den Dienst den ich leisten darf  pax tecum. +

Pater Thomas als Lernbegleiter an Grundschule/Integrationsklasse in der Schule in Schwarzenborn

Seit mehr als zwei Monaten ist Pastor Pater Thomas Andrew als Integrationslehrer an der Knüllköpchenschule in Schwarzenborn. Er ist als Lernbegleiter in der Integrationsklasse und der 1 & 2 Klasse. Die Schülerinnen und Schüler aus Ländern wie Syrien, Afghanistan, Iran, Irak und anderen Ländern, aus denen Flüchtlinge kommen, werden durch weitere Lehrer und Lernbegleiter, unter anderem auch durch Pastor Pater Thomas in den Fächern Deutsch, Mathe, Sachkunde und Integrationskursen Hilfestellungen und Begleitung gegeben. Dreimal in der Woche: Montags, Donnerstags und Freitags ist er, meist mit einem anderen Kollegen, in den beiden Klassen und unterstützt die Lehrerinnen und Lehrern der Grundschule.

„Ich freue mich, dass ich diesen Dienst auch in der Schule leisten darf und sowohl der regulären Klasse 1 und 2 als Lernbegleiter zur Seite zu stehen und hauptsächlich für die Integrationsklasse, diese mit zu sozialisieren, beim Lernen zu begleiten und Hilfestellungen zu geben und den Schülerinnen und Schülern die deutsche Kultur und Bräuche beizubringen. Das Thema Religion und Glaube ist dabei KAUM ein Thema.“
(P. Thomas Andrew,)

Aus Persönlichkeitsrechten werden zu diesem Beitrag keine Bilder erscheinen.

Chorsingen in der evangelischen Kirche

Pastor Pater Thomas hilft im evangelischen Chor Scwarzenborns als Bass aus und soll auch weiterhin seine Stimme im Chor beitragen. Die ökumenischen und menschlichen Verbindungen zwischen Pastor Pater Thomas und der evangelisch-reformierten Gemeinde in Schwarzenborn ist sehr eng und gut. Er freut sich der Gemeinde bei verschiedenen Gelegenheiten helfen zu können und dort auch einen Teil seines freiwilligen Dienstes zu tun. Hier nun einige Bilder von dem heutigen Gottesdienst. Soli Deo Gloria +

Vorabendvesper zum 3. Advent in Schwarzenborn

Gestern Abend um 18:00 Uhr feierten wir eine gemeinsame ökumenische „Rorate Vesper“ zum 3. Adventssonntag in der Christus Barmherzigkeit Kapelle in Schwarzenborn. Pastor Pater Thomas weihte zudem auch 8 Flaschen Weihwasser aus der Bonifatiusquelle.

Danach gab es ein gemeinsames Abendessen, mit einem englischen Rezept für gefülltes Brot und frischen Salat.

Danke sei Gott fur die Gemeinschaft:)

Gottesdienste im Seniorenheim „Sonnenhang“ in Schwarzenborn

Durch die enge Verbundenheit von Pastor Pater Thomas Andrew und der Stadt Schwarzenborn und die gute Zusammenarbeit mit der evangelischen Gemeinde, feiert Pater Thomas auch Gottesdienste im Seniorenheim „Sonnenhang“ in Schwarzenborn. Die Gottesdienste, zu denen die Bewohner alle immer recht herzlich eingeladen sind, werden von den Bewohnern sehr gerne angenommen und reichlich besucht. Durch das enge Verhältnis zur Stadt und den Bewohnern freut sich Pater Thomas immer wieder aushelfen zu können und seinen Beitrag für Stadt und Bevölkerung zu leisten.

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„Ich muss ehrlich gestehen, dass mir die Bürger Schwarzenborn´s und auch Neukirchens sehr ans Herz gewachsen sind und ich freue mich, meinen Anteil ehrenamtlich und freiwillig leisten zu dürfen. Soli Deo Gloria!“

Über das priesterliche Verständnis

Der gute Hirte

Was heißt es eigentlich Priester zu sein? Was hat dieser Beruf, diese Berufung, die keine andere Arbeitsstelle in der Kirche bietet?

Ich denke Priester zu sein basiert auf den Bejahung zum Ruf Gottes. Gott führt uns die Wege, die wir uns aussuchen, sagte mir mal ein Theologe aus Paderborn. Diesen einen Satz habe ich im Gedächtnis behalten. Gott ruft uns zu einem Dienst in der Kirche, egal wie dieser aussieht.

Berufung wird meist mit Priesteramt und Kirche in Verbindung gebracht. Diese Einengung im sonst breiten Spektrum göttlicher Berufungen ist leider etwas einseitig. Dennoch möchte ich mich genau diesem Thema widmen.

Was heißt es in unserer modernen Welt Priester zu sein? Priester sein im Hier und Jetzt? In einem Gebet heißt es, dass der Herr Arbeiter in seinen Weinberg schicken soll. Er soll Menschen berufen in seinem Weinberg tätig zu werden. Ein Teil davon ist das Priesteramt. Doch was ist ein Priester? Wie muss ein guter Priester sein?

Diese Frage möchte ich versuchen zu beantworten.

Als erstes muss auch unsere heutige Gesellschaft begreifen, dass Priester zu aller erst Menschen sind. Menschen mit Fehlern, Ecken und Kanten. Kein Mensch, erst recht kein Priester, ist ein perfekter Mensch, geschweige denn ein perfekter Christ.

Ein Priester sollte ein Vorbild sein für seine Gemeinde, für die Menschen die er führt. Er soll einen gefestigten Glauben haben, Krisen erlebt und überstanden haben. Er sollte auch das Leben außerhalb der Kirche kennen, vielleicht sogar selbst ein verlorener Sohn sein. Mit einer Erfahrung die über den kirchlichen Rahmen hinausgeht, hatte er die Chance als Mensch und auch als Christ stärker zu reifen. Wer das Leben ohne Gott kennt, der hat einen anderen Zugang zu ihm, wenn er wieder in seiner Nähe ist. Somit hat er eine stärkere Bindung an Gott, denn er lernt die Zeit mit ihm besser und intensiver zu schätzen.

Die Priester die schon immer Priester werden wollten, nie etwas anderes getan haben, sind nicht unbedingt schlechtere oder bessere Priester. Doch diejenigen, die sich auch von ihm abgewendet haben und sich dann neu auf ihn eingelassen haben, haben einen anderen, vielleicht stärkeren Zugang zu Gott. Sowie im Gleichnis des verlorenen Sohnes.

Im Priesteramt steht der einzelne Mensch als Vertreter Christi auf Erden. In jedem gespendeten Sakrament steht er stellvertretend für Christus. Aus diesen Dingen schöpft er Energie für sein Leben, für sein Zölibat, für seinen priesterlichen Dienst. Er ist ein Werkzeug Gottes und durch ihn soll der Hl. Geist in der Welt wirken.

Priester zu sein heißt aber mehr als nur hinter dem Altar zu stehen, die Eucharistie zu feiern und die Sakramente zu spenden. In der heutigen Kirche werden viele Priester darauf vorbereitet einmal eine Pfarrstelle zu übernehmen und in den Köpfen der meisten Priesteramtskandidaten steckt der Gedanke: Nur wenn ich Pfarrer werde, bin ich ein richtiger Priester.

Dieses denken ist nicht gut! Priester zu sein heißt mehr als ein Vorsteher einer Gemeinde, ein Gemeindeleiter zu sein.

Priester sollen Seelsorger sein, gute Hirten.

(29.01.2012, Pater Thomas Andrew Sebastian Winkler)