Wenn ihr nicht werdet, wie die Kinder…

In einem Lied von der Band Raimond heißt es: „Why did we make it so hard, this life is so complicated until we see it through the eyes of a child.”

Auf Deutsch:
Warum machen wir es uns so schwer, das Leben ist so kompliziert bis wir es durch die Augen eines Kindes sehen.

Ist unsere Welt wirklich so kompliziert geworden? Ich meine, stellen Sie sich das Leben mal so vor 800 Jahren vor. War das Leben damals einfacher? Oder komplizierter? Die Antwort darauf ist gar nicht so einfach zu finden. Die Menschen hatten damals vielleicht kaum etwas zu essen, kaum Kleidung und wenn sie auch nur ein Jahr überlebt haben, dann waren sie glücklich. Sie waren glücklich wenn sie gesunde Kinder zur Welt brachten und die Mütter die Geburt überlebt hatten.

Sagen wir es mal so.

Das Leben war nicht unbedingt schöner, als das Unsrige heute. Es war ganz anders als unsere heutige Welt. Doch eines kann man mit Sicherheit sagen, die Welt war damals wesentlich überschaubarer als heute.

In unserer heutigen Gesellschaft steht aber eines immer noch an erster Stelle. Nämlich das Überleben des Einzelnen. Früher hatte man eine große Familie, eine Gruppe auf die man sich stütze konnte und die einem einen gewissen Halt gab. Für einen Menschen des Mittelalters beispielsweise war es fast ein Todesurteil aus einer Stadt oder einer Gemeinschaft, gar der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein. Deshalb fügte man sich in große Gruppen ein, auch in die Gruppe der Familie. Es gab noch eine Großfamilie, mit Tanten, Onkels, Mägden, Knechten und den Kindern. Man hatte einen sozialen Rückhalt und wenn es einem schlecht ging, konnten die anderen diesem beistehen und ihm helfen oder seine Arbeit jedenfalls teilweise übernehmen. Jeder brachte seine Fähigkeiten und Kenntnisse ein und machte die Gruppe so stark.

Unsere heutige Welt besteht aber aus mehr als nur unserem Landgut, dem Bauernhof und unserer Familie. Sondern zum größten Teil nur noch aus uns selbst.

Wir sind von einem Menschen der Gemeinschaft, der familiären Strukturen zu einem Egoisten geworden. Heute steht nur noch unser persönliches Glück; unser persönliches Schicksal auf dem Plan unseres Lebens. Wir gehen heute nur noch Verbindungen ein mit der Anfangsfrage: Was springt für mich dabei raus? Was habe ich davon?

Tun wir wirklich noch etwas aus sozial caritativen Gründen? Aus reinen Gründen der Nächstenliebe? Jesus Christus sagt selbst: „Wenn ihr nur die Liebt, die euch lieben, welchen Lohn könntet ihr dafür erhalten? (Mt. 5, 46)

Fragen wir uns selbst also: Wann haben wir das Letzte mal etwas getan ohne dafür etwas zurück zu verlangen?

Das Leben und die Welt im Mittelalter war überschaulicher, besser vorherzusehen. Ob das besser oder schlechter ist, bleibt ihrer eigenen Wertung überlassen. Aber denken Sie einmal darüber nach!

Sind die ganzen Annehmlichkeiten, der ganze moderne Luxus den gerade wir westlichen Menschen aus den führenden Industriestaaten uns leisten können, auch wirklich ihren Preis wert? Welchen Preis bezahlen wir eigentlich für den ganzen Luxus?

Ich will keineswegs sagen, dass es allen Menschen hier in den Industrieländern besser geht als in den 3. Welt Ländern, wie Afrika oder Südamerika. Aber Anteilsmäßig, also verglichen mit den Menschen, die in diesen Ländern leben müssen, geht es dem überwiegenden Teil der Bevölkerung sehr gut.

Wir haben uns an die Vorzüge der westlichen Kultur und der Moderne so sehr gewöhnt, dass uns sehr schwer fällt von diesen Dingen weniger zu bekommen. Wir meinen alle wir brauchen Internet, hochfunktionelle Computer, modernste Autos und den besten Fernseher und die beste Musikanlage die es auf dem Markt gibt und die man sich leisten kann. Brauchen wir diese Dinge wirklich?

Ja und Nein. Wir können ohne modernste Technik heute kaum noch Leben und die Tatsache dessen ist auch nicht so schlimm.

Allerdings müssen wir immer im Hinterkopf haben, uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass all diese irdischen Dinge vergänglich sind. Alle vor Gott wertlos sind und nur für uns selbst wertvoll erscheinen.

Unsere Welt ist, im Gegensatz zum Mittelalter, viel umfangreicher, komplizierter und anspruchsvoller geworden. Der Preis den wir für die modernen Dingen bezahlen ist innere Unruhe und Unsicherheit, weil die eigene Existenz jeden Tag aufs Neue gefährdet ist.

Und wir Menschen haben etwas erfunden was unsere Wirtschaft vereinfacht hat, unser Leben aber heute maßgeblich bestimmt. Den Mammon Geld.

Wenn wir aber die Welt durch die Augen eines Kindes sehen, eines unschuldigen Kindes, dann sieht die Welt plötzlich anders aus. Geld spielt für das Kind nur eine untergeordnete Rolle, wenn es überhaupt eine Rolle spielt.­ Das Kind will geliebt werden und das kann der Mensch auch und nur ohne Geld leisten.

Liebe kann man nicht kaufen. Weder kann man sich die Liebe eines Kindes ehrlich erkaufen, noch die einer Frau oder eines Mannes.

Aber durch die Globalisierung, dadurch das unsere Welt so kompliziert, so undurchsichtig, so unberechenbar geworden ist, ist das Leben heute schwerer zu ertragen als im Mittelalter.

Die ständige Gefahr eines weltweiten Krieges, undurchsichtige Gesetze, Existenzangst, die Globalisierung der Wirtschaft und der damit wachsende Druck auf die Arbeitnehmer, die sinkende Zahl an Kinder, die steigende Zahl an Arbeitslosen, der soziale Stress und der Arbeitstress dem die Menschen heute unterliegen machen uns unglücklicher denn je.

Ein kleines Beispiel ist der Krieg. Keiner will ihn wirklich, aber ein gesamter Wirtschafszweig braucht ihn zum Überleben. Die ganze Wirtschaft braucht Krieg um zu funktionieren. In kaum eine andere Abteilung als für die Armee und die Waffenindustrie fließt so viel Geld. Das große Geld sitzt, wie auch im Mittelalter, bei wenigen Leuten die das Sagen haben. Diese Leute sind in erster Linie die Wirtschafsbosse und Lobbyisten, die der Politik dann unterbreiten wie sie den Staat zu lenken hat. Das ist heute noch undurchsichtiger als im Mittelalter. Da gab es nur einen König der für die Gesetze verantwortlich war. Man war der Willkür eines Mannes unterstellt, heute unterstellt man sich der Willkür der gesamten der Wirtschaft, der Politik und der EU.

Sehen Kinder die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Zusammenhänge auf der Welt schon. Natürlich nicht!

Das Kind entdeckt seine eigene Welt mit seinen eigenen Augen und ist noch einfach und Krieg und Gewallt spielen für viele Kinder in der westlichen Welt keine Rolle mehr. Die meisten erleben so etwas nur im Kino oder in Spielen. Aber ein kleines unschuldiges Kind sieht die Welt noch einfacher, naiver. Ist diese kindliche Weltvorstellung denn so verkehrt? Jesus sagte mal: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen (Math, 18.3).

Könnte er damit nicht auch gemeint haben, dass wir die Welt auch ein bisschen aus den Augen eines Kindes sehen sollten und Gott einfach nur danken für seine wunderschöne Schöpfung.

Wann haben Sie sich das letzte Mal den Sonnenaufgang oder den Sonnenuntergang angesehen und sich dabei gedacht; Ist das nicht einfach atemberaubend schön?

Wann haben sie sich das letzte Mal über richtige Kleinigkeiten gefreut, eine nette Geste, ein nettes Wort, eine Antwort die Ihnen Gott gab? Oder haben sich in eine Wiese gelegt und den blauen Himmel beobachtet?

Life is so complicated, das Leben ist so kompliziert. Ja, wenn wir so darüber nachdenken ist die Welt schneller, internationaler und komplizierter geworden. Durch moderne Technik sind unsere Gesellschaft und unser Leben so schnell geworden, dass unsere Seele, das was uns ausmacht langsamer ist. Sie hinkt sozusagen hinterher.

Wenn wir auf lange Reisen gehen, sagen manche, dass man erst einmal 24 Stunden braucht um wirklich am Zielort auch mental anzukommen. Denken Sie jetzt mal darüber nach wie schnell sich in den letzten 150 Jahren die Welt verändert hat. Und stellen Sie sich jetzt die Frage, wo unser Geist unsere Seele erst ist?

Vielleicht sollten wir Ab und Zu eine Pause einlegen. Das Tempo der Welt drosseln, auf die Bremse treten. Einen Zwischenstopp, eine Pause einlegen.

Eine Pause um sich mal wieder auf die wesendlichen Dinge zu konzentrieren, nicht nur uns sondern auch unseren Nächsten und unsere Nächsten. Die Familie, Freunde, Bekannte und letztendlich auch Gott. Denn nur wer sich auf andere und auf Gott bezieht, der findet zu sich selbst.

Nehmen wir uns also die Zeit für unsere Seele und lassen sie nachrücken. Lassen Sie unsere Seele uns wieder einholen können. Betrachten wir die Welt auch mal aus der Sicht der Kleinste. Werden wir geliebt? Lieben wir andere?

Betrachten wir die kleinen täglichen Wunder in unserem Leben und freuen uns darüber!

Neben der immer schneller und komplizierter werdenden Welt gibt auch Orte der Ruhe und der Besinnung. Nicht nur die Kirche, schaffen wir uns auch eigene Freiräume.

Wenn wir die Welt Hin und Wieder wie ein Kind betrachten, sehen wir hunderte von Möglichkeiten uns diese Freiräume zu schaffen und diese Chancen, die Gott uns schenkt auch zu nutzen. Für uns, für unsere Nächsten und letztendlich auch für Gott als Dank für seine Schöpfung.

Amen.

(Pater Thomas Andrew ; OSSA)
Predigt vom 24.10.2010

 

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Den Hl. Geist empfangen??!! wie ein Radio?!

Hl. Geist Predigt
Thema: Näherbringen des Hl. Geistes und Beispiele
Inhalt:
1)Heilige Geist in der Bibel
2)Pfingsten
3)Hl Geist im Alltag

Liebe Schwestern und Brüder.
(we have to receive the massages of God like this radio)

Es steht ein Radio auf dem Altar!!!!

Wir müssen die Botschaften des Hl. Geistes so aufnehmen, wie dieses Radio.

ROHFASSUNG
Hl. Geist Predigt
Thema: Näherbringen des Hl. Geistes und Beispiele

Liebe Schwestern und Brüder,
vielleicht sind Sie etwas erstaunt darüber, warum auf dem Altar ein kleines Radio steht. Einige werden verwundert sein, andere vielleicht ärgerlich, wie man sich so etwas nur erlauben kann und andere werden vielleicht gespannt hingesehen haben und sicherlich haben Sie sich alle gefragt, welchen Zweck dieses Radio hat?

Es steht hier natürlich nicht ohne Grund. Das Radio ist etwas was wir alle kennen, täglich nutzen. Wir hören Nachrichten, Musik oder verfolgen Fußballergebnisse darüber, wenn wir gerade nicht live dabei zuschauen können. Im Auto sagt es uns den Stau an und gibt Hinweise auf eine mögliche Umleitung.

Wir können selbst entscheiden, welchen Sender wir hören. Der eine mag Klassik, der andere moderne Rock und Pop Musik, der eine mag deutsche Musik mehr während ein anderer lieber internationale Musik hört. Einer mag Kultur, ein anderer lieber etwas anderes.

Fakt ist, lieber Schwestern und Brüder. Wir alle haben viel Kontakt mit dem Radio in unserem Alltag und hören es sehr oft. Manchmal verstellen wir den Sender und wenn das Radio uns sprichwörtlich auf den „Sender geht“, dann schalten wir das Ding auch gerne mal aus.

Doch wenden wir unseren Blick doch mal auf das Gerät. Ein Radio hat immer eine Antenne, ohne die würde es keine Wellen empfangen und könnte keinen Ton herausbringen. Wo ein Empfängergerät ist, da ist auch immer ein Sender.

Doch, liebe Schwestern und Brüder, ist das mit dem heiligen Geist nicht ähnlich?

Was fällt Ihnen spontan ein, wenn ich Sie nach dem Hl. Geist fragen würde? Früher oder später würde Ihnen doch sicherlich auch das Bild von der weißen Taube in den Sinn kommen. Es ist doch das Symbol des Hl. Geistes, oder nicht? Haben Sie sich eigentlich schon einmal Gedanken gemacht, woher dieses Bild kommt? Im Matthäus Evangelium wird das Symbolik der Taube das erste Mal erwähnt:

„16 Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen.“ (Einheitsübersetzung!)

Das Christentum nahm natürlich keine dieser normalen Tauben, die sie sooft in den Städten umherfliegen sehen, sondern natürlich eine weiße Taube. Weiß, die Farbe der Reinheit, der Keuschheit, Weisheit…..also eine weiße Taube!

Und dennoch ist der Hl. Geist keine Taube, sondern der Hl Geist. Das heißt, er ist etwas, was man nicht sehen, nicht beweisen kann, eben ein Geist. Aber man kann ihn erleben, man kann ihn spüren, man kann seine Auswirkungen an den Menschen erkennen. Es ist Gottes Hauch. Dennoch, egal wie wir ihn beschreiben wollten, wir würden dem Geist Gottes nicht wirklich gerecht werden.

Um uns dennoch eine Metapher zu geben, brachte ich heute dieses Radio mit.

Vielleicht fragen Sie sich immer noch, was das mit dem Radio und dem Hl. Geist?

Stellen Sie sich einfach vor, Gott ist der Radiosender, er bestimmt die Programme, die Musiken und die Nachrichten….und wir, was sind wir? Wir sollen nicht nur die stummen Zuhörer sein, wie man jetzt vielleicht denken könnte.

Nein, wir sollen werden wie dieses Radio.

Wir sollen unsere Antenne ausfahren, unsere Antenne, deren Frequenz wir durch die Taube sozusagen bekommen haben und sollen uns einen Sender suchen, der uns zu Gottes Wort, zu seiner Botschaft bringt.

Wir sollen ein Stück so werden wie dieses Radio, denn wir sollen unsere Antenne, die im Herzen eines jeden Gläubigen, eines jeden Christen, eines jeden von uns ist, wir sollen diese ausfahren und auf den Hl Geist hören.

Man kann nämlich statt der Taube auch sagen, dass der Hl Geist mehr wie die Frequenzen der Radiosender sind. Vielleicht trifft es dieses Bild sogar besser, als eine Taube.

Warum?

Radiowellen sehen wir nicht, sie sind stets um uns herum und wir können sie nicht immer spüren, aber sie sind da. Wenn wir es also schaffen unsere Antennen auszufahren und uns auf die Botschaft des Hl. Geistes einlassen, dann werden wir ein Stück wie dieses Radio.

Wir sollen die Nachrichten, die Botschaften, die Gott über den Hl. Geist, über seine Frequenz sozusagen sendet, sollen wir nicht nur anhören, wie der passive Zuhörer des Radios.

Nein! Wir sollen alle, wie dieses Radio die Botschaften an andere weitertragen. Andere können oder wollen manchmal nicht die Frequenz einschalten und die Botschaft hören. Der aber, der es kann, der sollte es tun. In der Familie, in der Arbeit, im alltäglichen Leben. Er soll die Botschaften des Geistes aber nicht einfach so wiedergeben, sondern selber leben.

Und schon hier stößt auch das Bild des Radios an seine Grenzen. Wir können die Botschaften zwar so aufnehmen, wie das Radio, aber es ist nicht in der Lage die Botschaft auch zu leben.

Das können nur wir Menschen. Nur wir sind in der Lage die Botschaft des Geistes zu empfangen und sie selber leben zu können.

Und was sind das für Botschaften, die der Hl. Geist uns übermittelt?

Woher wissen wir, was er sagt, was seine Botschaft ist?

Ist es nur das Wort Gottes in der Bibel? Dann hätte Gott mit dem Senden des Hl. Geistes nach der Himmelfahrt Christi einstellen können und nach dem Zusammenstellen der Bibel als letztes Senden müssen.

Nein! Die Botschaften des Hl. Geistes sind nicht nur auf die Worte und Taten Christi beschränkt, oder auf die Bibel alleine. Nein, der Gott sendet auch noch heute, in unserer Zeit, Botschaften über den Hl. Geist, über seine Radiowellen also, in die Welt von heute. Zu den Menschen von heute, letztlich zu Ihnen und zu mir. Und wir haben als Christen die Aufgabe diese Botschaften selber zu leben und umzusetzten.

So wie die Radiowellen unsichtbar um uns herum sind, so ist auch der Hl. Geist als Hauch Gottes, als Radiowellen um uns herum. Wenn wir also unsere Antenne ausfahren und uns auf ihn einstellen, dann hören wir seine Botschaft. Wir hören sie Nachrichten Gottes, die aktueller sind, als alle anderen

(Predigt v. Pater Thomas Andrew zu Pfingesten 2009)

St. Walburga Gemeinde

Zum Priester berufen?!

Persönliche Berufung:

Priester zu sein heißt für mich konkret eine lebendige Beziehung zu Christus zu führen, diese mehr und mehr zu suchen, den Weg ins ewige Zuhause zu gehen und in seiner Liebe zu wachsen. Es heißt auch den Menschen, einen Weg zu Christus selbst zu eröffnen und Ihnen nicht nur das Evangelium zu verkünden, sondern auch eine pastorale Beziehung zu diesen Menschen zu haben. Jeder, der es will, ist ein von Gott gesandter, dem wir uns annehmen müssen als Priester und dem wir zuhören, beraten, fordern, fördern und dem wir beistehen sollen. Sei es in der Spendung der hl. Ehe, der Taufe, der Begleitung in ein geistliches Amt, oder die Beerdigung. Als Priester nehme ich Anteil an den Lebensstationen der Menschen. Seelsorger heißt für mich, mit den Gaben und Fähigkeiten für die Menschen da zu sein, denen ich als Priester dienen soll. Durch das Seelsorgsteam kann sich jeder Christ den Charakter an Pastor aussuchen, den es braucht und mit dem er am Besten kann. Ich kann auch sozialarbeiterische Arbeit leisten und Familien und Ehehilfe, was auch ein breites Spektrum für einen Priester bietet. Mit dem theologischen, pastoralen und menschlichen Wissen, kann man den Menschen helfen, sich selbst zu helfen, sich selbst besser zu verstehen und dabei Gott, Sein Wirken, Seine Liebe und Seine Leitung zu kennenzulernen. Als Priester ist man ein Helfer bei der Suche nach Gott und ich kann den Menschen die Sicht eröffnen, dass sie die Kirche brauchen. Dass die Kirche eine Gemeinschaft von Gläubigen ist, die unter der „Hirtenleitung“ der Kirchenleiter (Bischof, Priester, Diakon) eingegliedert sind, in den Leib Christi. Ich habe die Möglichkeit und die Pflicht die Fülle der Kirche, der Lehre und der Tradition der unabhängig-katholischen Kirche zu eröffnen, zu leben und dies nach außen zu tragen. Ein Mitbruder aus den USA sagte einmal zu mir, dass die Menschen nach Liturgie hungern, da sie Freikirchen und „Kirche ohne feste Strukturen“ überall sonst erleben, aber eine wahrlich, liturgische, katholische und apostolische Kirche, di von Rom unabhängig ist, kaum erleben, oder sie nur mit der römisch-katholischen Kirche in Verbindung bringen. Für mich heißt Katholizität nicht gleich Rom, sondern die Fülle der katholischen Kirche in ihrer Lehre, in ihrer gottesdienstlichen Feier und der kirchlichen Tradition. Die Bibel, die katholisch-biblische Lehre ist mir dabei genauso ein fester Grundsatz, wie die Katholizität der Kirche in der ich ordiniert wurde. Das Priesteramt, also die göttliche und kirchliche Bestätigung meiner Berufung, sind für mich die feste Grundlage meines Dienstes. Eckstein und Grundstein meines Glaubens ist und bleibt dabei Jesus Christus selbst, in der Einheit der Trinität. Die Fülle an Kirchenvätern, Heiligen und der Messfeier sind für die die lebendige Auslebung meines Glaubens. In Verbindung als Ordenspriester ist für mich besonders der monastische Zweig der Kirche etwas sehr wertvolles, weil jeder von den Wüstenvätern, den frühen Ordensgründern und besonders vom hl. Augustinus von Hippo und dem hl. Benedikt von Nursia etwas lernen kann. Seinem Ruf folgen heißt auch Verantwortung für andere vor Gott übernehmen und dies ist nicht zu leicht zu nehmen. Es ist eine Verantwortung vor Gott für gebrochene, gefallene, schwache und hilfsbedürftige Menschen, wenn man selbst eine gebrochene, schwache und hilfsbedürftige Person ist. Gott allein macht heil und ganz und diese Beziehung kann ich als Priester den Menschen eröffnen und zeigen. Priester zu sein bedeutet für mich mehr als die Sakramentenverwaltung, es ist ein Hingeben zu Gott, seiner Kirche und seinem Ruf. Es sind die Mitbrüder im Amt, die `Kollegen´ an denen man die Kirche und den Dienst ablesen kann. Sind wir demütig gegenüber dem Bischof, oder eigenwillig. Wollen wir uns nur wichtigmachen, oder leisten wir im Kleinen unseren Dienst? Bringen wir Menschen zu Gott und suchen die Braut Christi? Bauen wir aktiv an der Kirche, unter den Regeln der Bibel, der Tradition, innerhalb der Kirchenzucht (CIC), oder wollen wir das „Rad neu erfinden?“, weil wir denken, dass es besser wäre? Ist es Tradition, oder Neu? Ist es gesamtkirchlich, oder einzelgängerisch? Ist es noch katholisch, oder schon freikirchlich. Der Dienst als Priester lässt mich demütig werden, weil ich die Kirche nicht ändern muss und brauche, sondern einfach Diene und Lebe. Die persönliche Berufung umfasst noch viel mehr, aber wenn ich mir die Mitbrüder ansehe, dann sehe ich Männer, die um Gott Wissen, die der Kirche dienen und die priesterlich ihren Dienst tun. Sie bilden Gemeinden, bauen diese auf. Setzten ihre Kraft und ihre Fähigkeiten zur Ehre der Kirche ein und zur Ehre Gottes selbst. Grad auch die Bistumspriester, die hauptberuflich in zivilberufen Arbeiten und dennoch Gemeinden haben, aufbauen und Früchte tragen sind für mich beweise genug, dass es Gottes Wille ist. Die Gemeinden wachsen, die Erkenntnisse über Kirche, Gott und Berufung intensivieren und vertiefen sich und der Einsatz für das Himmelreich ist groß. An den Früchten werdet ihr erkannt, so sagt es die Bibel. Das gilt auch und grade für uns Priester.